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Dr. Michael von Prollius
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Deflation ist eine natürliche Reaktion
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Deflation ist das Gegenstück zur Inflation. Deflation ist zu allererst eine Reaktion auf die vorangegangene Inflation. Die Geldmenge schrumpft nach einer inflationären Geldmengenausweitung wieder. Dabei entlarvt die Deflation Investitionen, die erst im Zuge der Inflation in Gang gesetzt wurden, als unrentable Projekte. Rezession und Arbeitslosigkeit sind in einem solchen Fall regelmäßig die Folge. Preise fallen und die Wirtschaftsleistung schrumpft. Weil Unternehmen, Banken und Staaten im Zuge der Deflation Pleite gehen, verlieren Sparer Ersparnisse. Zweifelsohne ist die Deflation, wirtschaftlich wie politisch, eine schmerzhafte Entwicklung, für viele Menschen auch eine bittere Ernüchterung. Gleichwohl gilt: Die Inflation ruft die Blasenbildung hervor, die Deflation entzieht der Blase die Luft.
Zur Zeit des Goldstandards war Deflation eine typische Korrektur betrügerischen Handelns von Banken. Diese hatten mehr Banknoten ausgegeben als Einleger Gold bei ihnen hinterlegt hatten. Sobald der Schwindel aufflog, verlangten die Halter der Banknoten die Herausgabe des ihnen versprochenen Goldes. Die ersten, die am Bankschalter erschienen, bekamen meist noch die versprochene Goldmenge, während diejenigen, die später kamen, leer ausgingen, weil die Bank bereits Bankrott war.
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Ihre Banknoten wurden wertlos, sie wurden nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert, und die Geldmenge nahm ab. Die Deflation kam jedoch zum Stillstand, sobald die geschrumpfte umlaufende Papiergeldmenge dem tatsächlich vorhandenen Goldbestand der Banken entsprach.
Der Goldstandard hatte also einen festen Ankerpunkt, auf den sich die zuvor künstlich aufgeblähte umlaufende Geldmenge immer wieder zurückschrumpfen konnte: die vorhandene Goldmenge. Im heutigen staatlichen Geldsystem existiert jedoch kein solcher Ankerpunkt mehr – Geld wird aus dem Nichts geschaffen, vor allem durch Kredite. In einem Staatsgeldsystem ohne Ankerpunkt birgt Deflation eine erhebliche Gefahr: Es kann eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt werden, deren Endpunkt nicht absehbar ist.
So führt das Schrumpfen der Geldmenge unweigerlich zu Kreditausfällen. Banken verbuchen Verluste und gehen sogar Pleite. Dadurch verlieren Sparer ihre Sichteinlagen, und so schrumpft die Geldmenge weiter. Unternehmenspleiten lassen die Arbeitslosigkeit steigen, und das erhöht wiederum die Kreditausfälle und die Bankenpleiten. Die Abwärtsspirale dreht sich immer weiter. Das Staatsgeldsystem kann regelrecht implodieren, wenn auf einer vorangegangenen Inflation die Deflation folgt. Das mag erklären, warum Deflation im Staatsgeldsystem so gefürchtet und das Heil in fortwährendem Inflationieren gesucht wird.
Sollten die Zentralbanken die drohenden Verluste der Geschäftsbanken durch neu gedrucktes Geld zu finanzieren suchen, wird Inflation, also die Entwertung des Geldes die Folge sein. Und weiten die Regierungen die bereits auf historische Höchststände gedrückte Staatsverschuldung aus, um den Verlustausweis bei den Banken zu vermeiden, so bedeutet das nichts anderes, als die offenen Rechnungen von der laufenden auf die künftige Generation der Steuerzahler abzuwälzen. Ob sie jedoch die ungeheure Schuldenlast, deren Begleichung die gegenwärtige Generation jetzt mit allen Mitteln auszuweichen versucht, auf sich nehmen wird, erscheint zweifelhaft – zumindest solange die Möglichkeit zur Abwanderung besteht.
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Kommentare (4)
barthel berand, 13.03.2010 18:49
@ joblack
"Wohlstand schafft man durch Zirkulieren des Geldes ("Der Rubel muss rollen") und nicht durch Hortung."
Nein. Wohlstand schafft man durch Leistung, Arbeit, Konsumverzicht, Sparen. Geld sollte nur indirektes Tauschmittel sein, damit die Wirtschaft reibungsloser funktioniert.
Wenn Sie sich mit 10 Mann um ein Lagerfeuer setzten und einen 100 EUR-Schein zirkulieren lassen, ensteht dadurch gar nichts.
>"Wenn Geld exzessiv gehortet wird steigt der Wert - das ist die Spekulation auf die Deflation. Davon profitiert aber nur der wohlhabende Bürger."
Hortung halte ich eher für ein theoretisches Phänomen. Hortung heißt, dass man sein Geld im Garten vergräbt.
>>"Geld soll möglichst reibungsfrei dafür da zu sein den Wohlstand zu steigern und die Ressourcen am besten zu allokieren."
Richtig.
>>>"Wenn nur eine kleine Minderheit davon profitiert (wie es in nächster Zeit passieren dürfte) ist das kein gutes Geldsystem und wird früher oder später zerbrechen."
Richtig.
>>>>"Im übrigen haben wir eher Deflation trotz ihres 'exzessiven Bedruckens von Zetteln' (welche in wirklichkeit aus Baumwolle bestehen). Da stimmt also etwas in ihrer Theorie nicht ... am besten sie lesen im Buch 'Einführung in die Geldtheorie' genauer nach."
Die Theorie stimmt schon. Wir haben derzeit nur eine massive Schuldendeflation. Scheinwerte und ineffiziente Strukturen wollen aufgelöst werden. Nur lassen das unsere Geldzauberer nicht zu. Sie heben die privaten Schulden auf wie eine nicht explodierte Handgranate und ersetzen sie durch staatliche Schulden. Das Geld kreist derzeit im Anleihe-Universum; der aktuellen Blase, die irgendwann "puff" macht.
Und schauen Sie bitte einmal in das von Ihnen empfohlene Buch der Geldtheorie und suchen Sie die dort verwendete Definition für Geld. Und wenn Sie diese gefunden haben, schreiben Sie sie hier herein. Mit Definition meine ich das Wesen des Geldes, nicht seine Funktionen wie Tauschmittel, Wertaufbewahrung (haha), etc.
BB
joblack, 12.03.2010 21:52
@barthel:
Zuviel Papier vorhanden? Mögen Sie keine Bücher oder wissenschaftlich nachweisbare Beweise?
Wohlstand schafft man durch Zirkulieren des Geldes ("Der Rubel muss rollen") und nicht durch Hortung.
Wenn Geld exzessiv gehortet wird steigt der Wert - das ist die Spekulation auf die Deflation. Davon profitiert aber nur der wohlhabende Bürger.
Geld soll möglichst reibungsfrei dafür da zu sein den Wohlstand zu steigern und die Ressourcen am besten zu allokieren.
Wenn nur eine kleine Minderheit davon profitiert (wie es in nächster Zeit passieren dürfte) ist das kein gutes Geldsystem und wird früher oder später zerbrechen.
Im übrigen haben wir eher Deflation trotz ihres 'exzessiven Bedruckens von Zetteln' (welche in wirklichkeit aus Baumwolle bestehen). Da stimmt also etwas in ihrer Theorie nicht ... am besten sie lesen im Buch 'Einführung in die Geldtheorie' genauer nach.
barthel berand, 12.03.2010 12:38
@ joblack
In Ihrer Denkweise ist mir ein wenig zuviel Papier vorhanden.
Wenn Sie damit recht hätten, müssten Sie jetzt nur noch erklären, wie man durch das exzessive Bedrucken von Papier wirtschaftlichen Wohlstand schaffen kann.
Bin sehr gespannt.
BB
P.S.: Ich finde "Hortungsverhalten" gut. Sinkt doch dadurch die umlaufende Geldmenge; sprich: das umlaufende Geld steigt in der Kaufkraft.
joblack, 11.03.2010 19:18
Wieder eine uninformierte Goldgeldpusherei. Erst mal entsteht aktuell neues Geld nicht 'aus dem Nichts' sondern wird durch Kredite geschaffen und das dahinterliegende Zentralbankgeld wird durch Staatspapiere abgedeckt.
Des weiteren ist eine Deflation noch katastrophaler als eine Inflation. In der Deflation kommt es zu einem selbstverstärkenden Hortungsverhalten.
Eine Deflation ist die die Folge unseres kreditbasierten Geldsystems. Ein goldbasiertes Geld hingegen ist noch ein viel grösserer Unsinn und führt innerhalb kürzester Zeit zu einer Depression und Währungskrise.
Schade, der Autor hat entweder nicht nachgedacht oder das absichtlich falsch formuliert.
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