Ich bin der Autobiographie von Franz Josef Strauß („Erinnerungen“, erschienen im Goldmann Verlag) auf eine interessante Passage gestoßen, die viel über gesellschaftlichen Wandel aussagt. Adenauer hatte Strauß 1953 angeboten, das Familienministerium zu übernehmen.
Strauß hatte abgelehnt, da er befürchtete, sich als kinderloser Junggeselle in dieser Funktion zur Witzfigur zu machen. Kurz darauf traf sich Strauß mit Kardinal Josef Wendel, eine Begegnung, die er wie folgt beschreibt:
„Bei einem Kolpingtag im oberbayerischen Bad Tölz meinte Kardinal Josef Wendel freundlich warnend zu mir „Herr Strauß, Sie werden doch nicht auf das Angebot Adenauers eingehen und das Familienministerium übernehmen!“ Ich konnte den Kardinal beruhigen: „Keine Sorge, Eminenz, mein Ehrgeiz ist nicht so groß, dass ich mich nicht im Zaum halten und diese Offerte nicht zurückweisen könnte.
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