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     Eckhard Kuhla
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Frauentag: Freudentag statt Jammertag
Weitere Themen: Wirtschaftspolitik

Der Frauentag (8.3.)  ist ein Freudentag, voller Ausgelassenheit und Freude über das Erreichte.....eigentlich. Stattdessen ist es ein Jammertag in Interviews, Kommentaren und Statistiken als Untermauerung der Frauen-Defizite. "Frau als Opfer" - Ritualien bewirken Beschwörungen der Ungleichheiten in allen Lebensbereichen.

"Wir Frauen haben die tatsächliche Gleichberechtigung erreicht. Wir sind glücklich. Alle Wege stehen uns offen: einen Beruf zu ergreifen oder Kinder zu bekommen, oder beides miteinander zu vereinbaren, oder eine klassische Hausfrauenehe zu führen. Und all das haben wir unseren Männern zu verdanken, denn sie haben uns mit ihren Parlamentsmehrheiten die Gesetze dazu gemacht. Heute, am Frauentag, sagen wir den Männern ein tief empfundenes "Danke". So, und nun lasst uns feiern! Es ist wunderbar, eine Frau zu sein, und wir Frauen sind glücklich, solche Männer zu haben!"
Eine Rede aus einer anderen Welt? Ja, aus einer Welt mit einem natürlich gewachsenen Geschlechterverhältnis.

Statt dessen ist der Frauentag ein Jammertag mit den ewig gleichen Mantras:
1. Mantra: "Wir Frauen verdienen 23% weniger als die Männer!" Korrekt, aber die Forderung nach "Equal Pay" ist pure Ideologie. Denn die 23% entstehen durch das unterschiedliche Leistungsprofil der Frauen: sie arbeiten in mehr Teilzeit- und "Billig Jobs". Wer weniger arbeitet, verdient weniger. Eine diskriminierungsfreie Forderung der Frauenlobby wäre  logischerweise: "Frauen geht mehr in die Vollzeit und vermeidet Bilig-Jobs...." Diese Forderungen werden nicht erhoben, weil sie nicht als "Gleichstellung" verkauft werden können, sondern Verantwortung von den betroffenen Frauen abverlangen.
Und überhaupt: würden Frauen wirklich weniger verdienen, müssten Personalchefs eigentlich nur Frauen einstellen.....
2. Mantra: "Frauen sind nur mit 5% in Führungsetagen vertreten!" Korrekt, aber nicht die Forderung "Mehr Frauen in die Chefsessel!" Frauen wollen gar nicht einen stressigen 16-Stundentag, sie wollen ihre eigenen Lebensentwürfe unabhängig von Chef und Beruf leben (Susan Pinker: "Das Geschlechter-Paradoxon"). Dazu ein Beispiel: trotz eines 85%igen Frauenanteils bei den Lehrern, stehen deutschlandweit fast 1000 Rektoratsstellen leer. Das heißt mit anderen Worten: die Forderung der Frauenlobby nach mehr Macht unterdrückt diktatorisch schlicht das bewundernswerte Lebensgefühl von Frauen und opfert es dem Kampf gegen männliche Macht. Beide Mantras (Equal Pay und Chefsessel-Quote) machen Frauen zu Opfern. Opfer-sein macht mächtig. Glücklich macht es nicht.

Wo sind die Freudenfeste der Frauen am 8. März? Das darf nicht sein, das würde die Gleichstellungsindustrie arbeitslos machten. "Gleichberechtigung ist erst erreicht, wenn Frauen genauso dumm sein dürfen wie Männer" (Alice Schwarzer). Abgesehen mal von dem Sexismus in dieser Aussage: das ist ein Freibrief für eine Genderpolitik ad infinitum! Also auf geht´s: "Same procedure as every year"!



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Kommentare (3)

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  Kommentare (3)

Z. Klimowa, 09.03.2010 06:36
Der Frauentag ist ein Internationaler Frauentag. Was für Deutschland gelten mag, gilt noch lange nicht für den Rest der Welt, insbesondere nicht für islamische Länder. Es kommt also auf die Perspektive an.

Dr. Hans Thomas, 08.03.2010 21:20
In den 1980er Jahren lernte ich einige junge russische
Ehepaare kennen. Intellektuelle mit großem Interesse an allem, was sich hier im Westen abspielte. Über das feministische Emanzipationstheater allerdings lächelten die
jungen Frauen eher mitleidig-amüsiert. "Das mit der Gleichheit haben wir seit 1917. In der Fabrik volle Leistung und zu Hause das Ganze – incl. stundenlang Anstehen bei Einkaufen. Oder meinen Sie, da stellen sich die Männer hin? Di trinken da lieber einen mehr. So wurden wir Frauen perfekt
versklavt:"
In den 1990er Jahren fragte mich der Kulturreferent eines großen Unternehmerverbandes, was er machen solle: Die hohen Herren vom Vorstand erwarteten von ihm nun auch mal eine Veranstaltung über Frauenfragen in wirtschaftlichen Berufen. "Lade ich die übliche Alice-Schwarzer-Riege ein, zerreißt mich anschließend der Vorstand; lade ich sie nicht ein, zerreißen mich die Medien. Was soll ich da machen?" – Ich konnte mir den Tipp nicht verkneifen: Laden Sie wen immer ein, dazu aber ein paar junge, hübsche, intellektuelle Russinnen. Die regeln Ihnen das."


Friedemann, 08.03.2010 19:18
Treffender kann es kaum gesagt werden, Herr Kuhla!


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