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     Kurt J. Heinz
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Kirche soll sich dem 'Ego me absolvo' unterwerfen
Weitere Themen: Allgemein, Bildung

Der Anspruch von Schwulen, die Kirche zu glaubenswidrigen Handlungen zwingen zu wollen, hat in den Niederlanden zu extremen Forderungen geführt. Wie die Berliner Morgenpost berichtete, sollte in Den Bosch der die Sonntagsmesse zelebrierende Priester durch Strafanzeige und eine Protestaktion genötigt werden, die Hl. Kommunion an Homosexuelle zu verteilen.

Nach der Lehre der Katholischen Kirche ist es mit dem Glauben unvereinbar, homosexuelle Lebensweisen zu praktizieren. Deswegen erklärte der Priester in der Kathedrale Den Bosch im Einklang mit einer Verlautbarung seines Bistums, daß er Homosexuellen nicht das Sakrament der Hl. Kommunion spenden kann. Er hatte sich deshalb zuvor auch nicht bereit erklärt, während des Karnevals an einen homosexuellen Karnevalsprinzen die Kommunion auszuteilen. Schwule nahmen dies zunächst zum Anlaß, gegen den Priester Strafanzeige wegen Diskriminierung zu erstatten. Ihren Druck auf die Kirche erhöhten sie nun am Sonntag, als mehrere Hundert Schwule die Heilige Messe in der Kathedrale von Den Bosch mit einer Protestaktion überzogen. Schwulenverbände hatten dazu aufgerufen. Vor Beginn des Gottesdienstes verteilten die Protestteilnehmer bereits eigene Hostien, die sie in rosafarbenes Papier eingewickelt hatten. Nachdem der Priester deutlich machte, daß die Römisch-Katholische Kirche Homosexuelle nicht zum Abendmahl zulasse, verließen die Demonstranten unter lautem Protest den Gottesdienst.

Ginge es nach den Vorstellungen der Schwulenverbände, würde der Kirche künftig das Recht entzogen, Sakramente nach den Grundsätzen der kirchlichen Lehre zu spenden - Glaubensauffassungen hätten sich den Befindlichkeiten  homosexueller Lebensvorstellungen zu beugen und Priester würden mit dem Anti-Diskriminierungsschwert des Strafrechtes paßgenau zurechtgestutzt. Stattdessen müsste die Kirche die Sexualitätslehre der Schwulenverbände übernehmen und diese bestimmen lassen, welche Normen für den katholischen Glauben noch gelten dürfen und welche nicht, wem ein Priester Sakramente spenden darf und wem nicht. Den Priestern der Kirche würde damit nicht zuletzt auch die Entscheidung abgenommen, Menschen die Absolution zu erteilen: Das "ego te absolvo" würde in ein "ego me absolvo" verwandelt werden. Die Glaubensautonomie der Kirche müsste sich dem Diktat der Schwulenverbände unterwerfen, die zur Letztinstanz würden, der sich nicht nur Politik und Gesellschaft, sondern auch eine päpstliche Heiligkeit beugen müsste.

Die unduldsame Haltung Homosexueller und ihr rigoroser  Anspruch an die gesamte Gesellschaft schlugen sich im letzten Jahr wiederholt auch in Deutschland nieder. Personen, die sich diesem Anspruch nicht beugen wollen, sollen ausgegrenzt, geächtet oder auch kriminalisiert werden. So forderte Volker Beck, verschiedenen Referenten Redeverbote beim Marburger Kongreß zu erteilen, und das "Autonome Lesben- und Schwulenreferat Köln" verlangte von der Universitätsleitung der Uni Köln, die Philosophieprofessorin Edith Düsing keine Vorlesungen mehr halten zu lassen.

Derartige Entwicklungen stoßen auf ein unterschiedliches Echo. Die Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei der Niederlande, Liliane Ploumen, unterstützt offenbar Aktionen der Schwulenverbände gegen die Glaubensfreiheit der Römisch-Katholischen Kirche. Laut Berliner Morgenpost soll sie im niederländischen Radio gesagt haben, sie schäme sich für ihre Kirche. Anders werden derartige Forderungen hingegen von christlichen Politikern wie Norbert Geis (CSU) beurteilt. Er bezeichnete die Vorstellungen von Volker Beck über Redeverbote als  "totalitäre Anwandlungen". Auch der bedeutende katholische Philosoph Robert Spaemann äußerte wiederholt seine ernste Besorgnis über die Einschränkung von Grundfreiheiten. Die Agitation gegen den Marburger Kongreß und an der Universität zu Köln bezeichnete er als "gefährliche" Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Die Versuche in den Niederlanden, sakramentale Riten der Kirche homoideologischen Vorstellungen zu unterwerfen, bestätigen, wie berechtigt die Befürchtungen Spaemanns sind. Die Vorfälle in der Kathedrale von Den Bosch werfen ein kontrastreiches Schlaglicht auf eine Entwicklung, deren Tragweite weit über die sakramentale Bedeutung für die Katholische Kirche und ihre Gläubigen hinausreicht. Es geht um essentielle Grundfreiheiten wie die Freiheit des Glaubens, die Meinungsfreiheit, die Freiheit der Wissenschaft und nicht zuletzt auch die Freiheit der Presse, deren Normen und Grenzen Lesben- und Schwulenverbände grundlegend neu bestimmen wollen. Kein Winkel dieser Gesellschaft und ihrer Institutionen sollen ausgespart bleiben, weder Staat noch Kirche, weder Berufswelt noch Familie, weder Schule noch Kindergarten, und erst Recht nicht die Medien.

Der Antrag der SPD-Bundestagsfraktion, ein Benachteiligungsverbot für sexuelle Orientierungen in Artikel 3 des Grundgesetzes aufnehmen zu lassen, ist der verfassungsrechtliche Hebel, mit dem die letzte Schleuse für diesen Dammbruch geöffnet werden soll. Damit würde ein verfassungsrechtlich verankertes Instrument für eine demokratisch verordnete Gleichschaltung der Gesellschaft geschaffen, der die homoideologische Konformität in totalitärer Manier bis in ihre kleinsten Ecken aufgezwungen werden soll. Das ist die weitreichende Bedeutung, die der Erhebung des Merkmals der "sexuellen Identität" zur Verfassungsnorm beigemessen werden muß. In der Sonntagsmesse der Kathedrale von Den Bosch ist dies in alarmierender Weise offenkundig geworden.

 

www.medrum.de



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Kommentare (3)




 
  Kommentare (3)

Kritikus, 08.03.2010 13:47
Handelt die katholische Kirche gegen ihren Gott?


Schwule und Lesben wurden von der Natur hart betrogen um ihre gegensätzliche liebenswerte Hälfte, durch die erst neues Leben ermöglicht wird. Statt sie zu bedauern, weil "Gott es offensichtlich so gewollt hat", verdammt die katholische Kirche sie und stellt sich damit doch wohl gegen den Willen ihres eigenen Gottes.


Erwin Müller, 07.03.2010 21:59
Was mir nicht in den Kopf will: Wieso wollen Schwule noch in einer Kirche Mitglied sein, die sie seit Jahrhunderten diskriminiert? Der konsequent nächste Schritt wäre dann auch gleich die kirchliche Homo-Ehe zu fordern.

Christoph Sprich, 05.03.2010 20:11
Die Andidiskriminierungspolitik nimmt zusehends totalitäre Züge an, jeder Winkel der Gesellschaft soll geregelt werden. Das gilt nicht nur für die Kirche. Aber besonders für Christen gilt jetz besonders, den Glauben zu verteidigen, Fels in einer Gesellschaft zu sein, die Menschen immer mehr in den Mainstream presst, die dabei immer mehr verroht und die aus der Geschichte nichts gelernt zu haben scheint.

Aber leider gehen viele Geistliche mit dem Mainstream mit, wenn es Popularität bringt. Da wird auch gerne das Wort Gottes verbogen. Das war offensichtlich schon bei Paulus sichtbar, der schreibt: "Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken." (2Tim 4,3). Die Botschaft Jesu - klar vorgetragen - wird aber niemals "populär" sein. Jesus sagt selbst (Joh. 15): "Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das ihre lieben" und "Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat."

Das darf Christen nicht abschrecken, sondern kann uns aufbauen. Jesus ist trotz des Hasses an das Kreuz gegangen, und zwar auch für die, die ihn ablehnten. So können auch wir heute "einstecken", und darin liegt viel Segen. Für uns als Christen, aber auch für die, die in diesem Leiden ein Verhalten sehen dürfen, dass nach Maßstäben der Welt nicht erklärbar ist. "Denn das ist Gnade, wenn jemand wegen des Gewissens vor Gott Leiden erträgt, indem15 er zu Unrecht leidet." (1. Petrus 2,19)



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