Die Analysten Roland Leuschel und Claus Vogt gehören zu den wenigen Beobachtern des Wirtschaftsgeschehens, die die Finanzkrise vorausgesagt hatten. Im Buch „Das Greenspan-Dossier“ kritisierten die Autoren die Niedrigzinspolitik der US-Zentralbank und zeigten, wie diese zur Entstehung einer Immobilienblase geführt hatte, die in einen Crash münden werde. Die Prognose hat sich inzwischen bestätigt.
Ihr neues Buch „Die Inflationsfalle“ ist eine Fortsetzung des „Greenspan-Dossiers“ und beschäftigt sich mit den weiteren Aussichten nach dem Ausbruch der Krise und mit der Frage, wie Anleger auf die von ihnen prognostizierte Inflation reagieren sollen.
Eine gewisse Genugtuung ist den Autoren anzumerken, wurden sie doch von etablierten Wirtschaftsjournalisten vor der Krise für das Greenspan-Dossier als „Crash-Propheten“ und Traumtänzer dargestellt. Sie begründen die Sicherheit ihrer Prognose damit, dass sie sich auf die Theorie der Österreichischen Schule der Nationalökonomie berufen konnten, wohingegen sie die Mehrheit der Analysten und Ökonomen bei der herrschenden Lehre des Keynsianismus verorten. Sie spielen ihre eigene Analyseleistung herunter: „Die Blase zu erkennen, ihre Folgen zu verstehen und ihr Platzen zu prognostizieren, war analytisch einfach. Die ideologischen Scheuklappen der staatsgläubigen Keynsianer verstellten ihnen allerdings den Blick.“
Sie wiederholen ihre Argumente aus den Greenspan Dossier und ergänzen sie mit der aktuellen Perspektive. Das Ansteigen der Vermögenswerte in Folge der Immobilienblase habe das Konsumverhalten der Amerikaner positiv stimuliert. Die Autoren beziehen sich auf Erkenntnisse, wonach die Preissteigerung einer Immobilie von 100 Dollar zu einer Konsumausweitung von 9 Dollar führte, bei einer gleichgroßen Steigerung von Aktien zu einer Konsumsteigerung von vier Dollar. Der Aufschwung der vergangenen Jahre vor der Krise sei nur durch diese Ausweitung des Konsums in der Größenordnung von hunderten von Milliarden Dollar möglich gewesen.
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