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     Dr. Michael von Prollius
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Inflation ist immer schädlich
Weitere Themen: Finanzkrise, Wirtschaftspolitik

 

Einer der wohl einflussreichsten Ökonomen, John Maynard Keynes schrieb in seiner beachteten Schrift Die wirtschaftlichen Folgen des Friedensvertrages im Jahre 1920: „Es gibt kein feineres und kein sicheres Mittel, die bestehenden Grundlagen der Gesellschaft umzustürzen, als die Vernichtung der Währung. Dieser Vorgang stellt alle geheimen Kräfte der Wirtschaftsgesetze in den Dienst der Zerstörung, und zwar in einer Weise, die nicht einer unter Millionen richtig zu erkennen imstande ist.“ Kein Zweifel, Inflation ist ein gesellschaftliches Übel, sie ist immer schädlich und nicht selten erweist sie sich als tödliche Krankheit.

Inflation ist unvereinbar mit dem Prinzip des freien Marktes, nämlich dass alle Tauschaktionen für alle Beteiligten vorteilhaft sind. Sobald inflationäres Geld in Umlauf gebracht wird, sind Tauschvorgänge von Gütern gegen Geld nicht mehr für alle Beteiligten vorteilhaft: Diejenigen, die das neu geschaffene Geld in die Hände bekommen und es als erste gegen Güter tauschen können, profitieren auf Kosten derjenigen, die das neu geschaffene Geld erst zu einem späteren Zeitpunkt erhalten (Cantillon-Effekt). Inflationäres Geld ist schlechtes Geld.

Inflationäre Effekte sind stets am Werk, wenn die Geldmenge anwächst. Dabei gilt, dass je stärker die Geldmenge wächst, desto ausgeprägter werden die dadurch ausgelösten Preissteigerungen und Umverteilungswirkungen sein

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Inflation, insbesondere wenn sie nicht vorhergesehen wird, schadet Sparern und nutzt Schuldner. Aber auch, dann wenn die Marktteilnehmer Inflation vorhersehen, entstehen erhebliche Kosten. So erschwert es die Inflation den Marktakteuren, richtige Entscheidungen zu treffen, weil Inflation die Preissignale verzerrt: Niemand weiß mehr, ob die Preise einzelner Güter steigen, weil sie stark nachgefragt sind, ober ob sie steigen, weil die Geldmengen angewachsen ist.

Was bedeutet es für Geldhalter, wenn die Zentralbanken jedes Jahr die Preise um 2,0 Prozent steigen, eine Rate, die ja auf den ersten Blick nicht übermäßig hoch erscheint? Bei einer solchen Preissteigerungsrate ist die Kaufkraft des Geldes nach etwa 35 Jahren um gut 50 Prozent gefallen; und nach 75 Jahren beträgt der Verlust der Kaufkraft des Geldes bereits 77 Prozent. Das Halten von Geld ist also unter einer solchen Politik garantiert ein Verlustgeschäft und eignet sich nicht zur Vermögensvorsorge. Das Versprechen, Preisniveaustabilität zu gewährleisten, ist daher ein falsches Versprechen. Die Art, wie Zentralbanken das versprochene Ziel der Preisniveaustabilität in der Praxis mit Leben zu füllen – nämlich indem sie sagen, die Rate der Preissteigerung soll soundso viel Prozent pro Jahr betragen –, leistet zudem der Inflation zusätzlich Vorschub.

Die monetäre Planwirtschaft der Zentralbanken, noch dazu wenn sie offen zur Geldentwertung aufgerufen wie derzeit vom Internationalen Währungsfonds, zieht unausweichlich eine Verzerrung der gesamten Produktionsstruktur nach sich. Die geldpolitische Zerrüttung der Preisstruktur macht die Marktwirtschaft funktionsunfähig – Ressourcen werden fehl gelenkt, Arbeit und Kapital in Inflationsprojekte gesteckt, die sich nicht aufrecht erhalten lassen (Vermögenspreisinflation). Sparen und Investieren werden durch die staatliche Zinsfestsetzung aus ihrem natürlichen Verhältnis gerissen. „Keine Behörde kann im Vorhinein feststellen, sondern nur der Markt kann entdecken, was die 'optimale Geldmenge' ist.“ urteilte Friedrich August von Hayek.

Die jahrzehntelange Politik der Geldmengenausweitung mit bis zu zweistelligen Wachstumsraten insbesondere in den USA, aber auch in Europa bildet die alles überragende Ursache der so genannten internationalen Finanzkrise. Es liegt in der Natur der Sache, dass die geldpolitischen Maßnahmen, die die Krise verursacht haben und nun ausgerechnet zur Krisenbekämpfung intensiviert wurden, nicht fortführbar sind, ohne die Währungen zu ruinieren. Wer Wohlstand für alle und nicht nur für Funktionäre möchte, wer sozialen Frieden statt einer Radikalisierung der gesellschaftspolitischen Verhältnisse anstrebt, der muss sich gegen die staatliche Inflationspolitik und für eine Entnationalisierung des Geldes einsetzen.

 



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Kommentare (4)

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  Kommentare (4)

Frank Martin, 01.03.2010 13:37
Inflation ist nicht nur schädlich sondern auch grobes Unrecht.

Es kommt nicht darauf an, was Keynes oder etwa die Free-Banking-Schule vorschlagen, sondern allein darauf, daß niemand etwas als Geldersatz annehmen muß, das er nicht will. Gesetzliche Zahlungsmittel fielen dann weg und ebenso jegliche Möglichkeiten, in nennenswertem Umfang zum eigenen Vorteil Inflation oder Deflation zu betreiben. Beides ist der wirtschaftlichen Entwicklung abträglich.


Keynesianer, 28.02.2010 22:17
@ Michael von Prollius
Der Artikel mit dem Kronzeugen Keynes ist ebenso absurd, wie Hayek und Mises mit einem Alexander Rüstow in eine Linie zu setzen!

Manche ideologischen Dogmatiker brauchen aber Kronzeugen, die sie mißbrauchen können. Liegt an der Schwäche einer dogmatische Religion, die Keynes als Methaphysik und nicht als Wissenschaft bezeichnet hat!
Wissenschaftlich betrachtet muß man eine Inflation differenzierter betrachten und die Auswirkungen sollte man nicht pauschalisieren. Man sollte auch einmal die Auswirkungen einer Deflation betrachten!


Michael von Prollius, 28.02.2010 19:10
Eine Keynes-Interpretation ist nicht beabsichtigt. Das Zitat stammt von Keynes, die Argumente kommen aus der Free-Banking-Schule. Scheint so als würde der Kommentator überempfindlich reagieren. Das ist im Hinblick auf die Ungleichbehandlung nicht erforderlich, stützt sie doch die Erkenntnis, dass Inflation immer schädlich ist.

Keynesianer, 28.02.2010 16:51
Keynes war kein Inflationist, das ist richtig. Die obige Keynes-"Interpretation" ist unzutreffend. Hier wird Keynes ad absurdum geführt und abseits von Keynes dargestellt. Scheint so als würde der Autor mit Keynes auf Kriegsfuß stehen. Keynes betrachtete andere Aspekte der Inflation.
Die Schädlichkeit bezog er auf eine Ungleichbehandlung bei den Auswirkungen einer Entschuldung über eine Inflation. Er schlug deswegen eine Alternative als Lösung vor.
http://www.keynes-gesellschaft.de/Hauptkategorien/LebenWerk/Monographien/TractMonetary.html



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