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     Kurt J. Heinz
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Grund für Margot Käßmann zur Besorgnis
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Ratsvorsitzende fährt mit als 1,5 Promille Alkohol bei ROT über die Ampel und wird von Polizei gestoppt

Nicht wenige werden ROT sehen und manche werden verwundert sein über die Nachricht in BILD, daß die Ratsvorsitzende der EKD im betrunkenen Zustand bei ROT über die Ampel gefahren ist. Es bleibt abzuwarten, ob dies außer strafrechtlichen und innerkirchlichen Konsequenzen für die Person Margot Käßmanns auch Konsequenzen für ihr Amt als Ratsvorsitzende und Landesbischöfin in der Evangelischen Kirche in Deutschland hat. Vorerst erklärte die Bischöfin, sie sei über sich selbst erschrocken und wolle sich den rechtlichen Konsequenzen stellen und sagte alle Termine für den Rest der Woche ab.

Für Schlagzeilen sorgt Margot Käßmann immer wieder einmal, ob es ihre Scheidung war, der Zwist mit der orthodoxen Kirche, die Kanzelforderung nach Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan oder wie nun die Meldung über ihre Trunkenheitsfahrt, bei der sie am Samstag erwischt wurde. Die Angaben über den Promillegehalt in ihrem Blut liegen bei 1,54 Promille, also in einem Bereich, der als absolute Fahruntüchtigkeit angesehen wird. Dies wirft Fragen an die Ratsvorsitzende auf und wird Parteinahme für oder gegen sie mit sich bringen.

Eingefleischte Fans von Margot Käßmann werden auch jetzt sagen: Margot Käßmann ist ein Mensch wie du und ich, mit Fehlern und Schwächen wie du und ich. Das macht sie menschlich. Ihre Gegner, die schon wegen ihrer Scheidung einen Rücktritt vom Bischofsamt erwartet hatten, werden sich in ihrer Ablehnung bestärkt fühlen und jetzt unerbittlich ihren Rücktritt fordern. Doch gibt es weder Grund zu kritikloser Unterstützung noch Anlaß für schadenfreudige Triumphgefühle oder hämische Rachefeldzüge. Dazu ist der Vorfall zu ernst und für die Kirche ein Fall, der tragische Züge trägt. Für die EKD, vor allem aber für ihren medial so erfolgreichen Shootingstar Margot Käßmann selbst gibt es Grund zu tieferer Besorgnis.

Trunkenheitsfahrten können im Gegensatz zum Weg in einer Ehe nicht als Leidensweg oder unausweichliches Schicksal dahingestellt werden und sind keine Frage der Bibelauslegung. Trunkenheitsfahrten sind auch kein Kavaliersdelikt. Klar ist zwar: Margot Käßmann ist kein Berufskraftfahrer und kann getrost ein Jahr auf ihren Führerschein verzichten. Den braucht sie nicht, wenn sie predigen will. Wer sich jedoch betrunken hinter das Steuer setzt, riskiert Gesundheit und Leben von Mitmenschen, einerlei ob Berufskraftfahrer oder Bischöfin. Wer im Zustand der absoluten Fahruntüchtigkeit ein Fahrzeug durch die Innenstadt Hannovers bewegt, lässt das Maß von Verantwortungsbewußtsein vermissen, das von jedem, ganz besonders aber von Personen gefordert werden muß, die ein öffentliches Spitzenamt bekleiden, auch wenn dies nicht immer einfach zu erfüllen ist. Verantwortungsbewußtsein, Glaubwürdigkeit und Vorbildfunktion sind aber für die gewählte Amtsträgerin im Spitzenamt der EKD unverzichtbare Voraussetzungen, über die sie sich auch selbst im Klaren sein muß. Käßmann selbst hat in der Vergangenheit das mangelnde Verantwortungsbewußtsein von betrunkenen Autofahrern kritisiert, merkte das ZDF heute dazu an.

Margot Käßmann wird sich also fragen müssen, ob sie der EKD auch die jetzige Belastung zumuten will. Nicht nur sie selbst ist über sie erschrocken, wie sie in BILD zitiert wird. Doch da sie selbst am liebsten 24 Stunden rund um die Uhr Bischöfin ist, dürfte es ihr schwer fallen, eine objektive Entscheidung zu treffen, die sich ausschließlich an den Bedürfnissen ihres Amtes orientiert. Ist ein Auto erstmal beschädigt, kommt es auf eine Beule mehr oder weniger auch nicht mehr an, kann bei diesen Überlegungen ebenso wenig leitender Maßstab sein wie menschliche Sympathie und Mitgefühl, die der Bischöfin - bei aller Kritik an ihrer Verfehlung - wie jedem anderen dennoch auch jetzt nicht versagt werden sollten. Doch dürfte ein einfaches Aussitzen schon wegen der Würde des Amtes kaum auf allgemeine Akzeptanz und Verständnis stoßen. Es wird also abzuwarten sein, ob sich Margot Käßmann eher wie eine Ulla Schmidt oder ein Franz Josef Jung entscheiden wird. Sollte sie vorzeitige Neuwahlen für das Amt der Ratsvorsitzenden einleiten, könnte ihr der Respekt nicht versagt werden.

www.medrum.de



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  Kommentare (12)

Z. Klimowa, 26.02.2010 18:55
@v. Gottberg
Kleiner Irrtum. Margot K. bewegte sich nicht im privaten Bereich, sondern im öffentlichen Straßenverkehr. Wer das unter starker Trunkenheit tut, gefährdet sein eigenes und das Leben anderer. Dass die Ursachen dafür auch in der Belastung des Amtes liegen könnten, wäre noch ein weiterer Grund, der für Rücktritt spricht. Denn dann wäre sie den Belastungen des Amtes - nachweislich - nicht gewachsen, ohne das Leben Unschuldiger zu gefährden. Das ist die schmerzliche Logik, die auch für Frau Käßmann gilt.


M. Pfeiffer, 25.02.2010 17:58
Ein Offizieranwärter, der mit mehr als 1,5 Promille Alkohol im Blut bei Rot über eine Ampel rast, wird nach § 55 Abs. 4 Soldatengesetz wegen charakterlicher Nichteignung aus dem Dienstverhältnis eines Soldaten auf Zeit entlassen. Punkt. - Im Gegensatz zu Frau Dr. Käßmann ist dieser zu entlassene blutjunge Offizieranwärter sogar bereit, für die Bundesrepublik Deutschland sein Leben hinzugeben ... aber gleichwohl wird ihm eine gravierende Trunkenheitsfahrt vom Dienstherrn nicht verziehen, weil er im harten militärischen Einsatz und insbes. im Kampf ein überzeugendes Vorbild an charakterlicher Haltung und soldatischer Pflichterfüllung für seine Kameraden und Untergebenen sein muss. - An die "selbstlose" Rotarierin Käßmann (Rotary Club Hannover) sind explizit wesentlich höhere Wertmaßstäbe anzulegen, als an diesen zu entlassenen jungen und lebensunerfahrenen Offizieranwärter. - Die Dame hat ihre altehrwürdigen Ämter und Posten buchstäblich "versoffen" und ist zudem bei Rot über die ethische und moralische 4-Fragenprobe aller Rotarier hinweg gerast. - Will heißen: die Dame ist weder als Rotarierin, noch als Bischöfin - und schon garnicht als Ratsvorsitzende der EKD tragbar. - Sie hat aber - Gott sei Dank! - die logischen Konsequenzen aus Ihrem massiven Fehlverhalten selber gezogen ... und das ist auch mehr als gerecht so!

Döring v. Gottberg, 25.02.2010 16:14
Der persönliche Bereich hat mit dem Amt nichts zu tun. Für Verfehlungen im persönlichen Bereich hat der Staat Strafen angesetzt, die jeden Bürger und jede Bürgerin gleichermaßen treffen. Für das Amt war Frau Käßmann eiune herausragende Ratsvorsitzende und Bischöfin, die für die Zukunft der Evangelischen Kirche unersetzlich ist. Dieses Amt darf man nicht wegen einer Verfehlung im persönlichen Bereich verlassen, denn die persönliche Belastung ist für Frau Käßmann genug Belastung. Mit dieser persönlichen Belastung, die jährlich über 1000 Mitbürger trifft und die Frau Käßmann genug bedauert, muß sie leben und ihr Amt trotzdem mit ganzer Kraft ausüben.

The Duke, 25.02.2010 00:35
Wenn ich mir die Kommentare so anschaue
frage ich mich, " sind das alle Antialkeholiker? oder einfach nur Heuchler ?" Wieviele Menchen sehen im Alkohol und auch in den Drogen ihren "einzigen Tröster". Bei der Bischöfin shee ich mehr einen "Ausrutscher". Ich selber trinke keinen Alkohol - grundsätzlich micht. Leider werden auf verschiedensten Besprechungen und Einladungen immer nur alkoholische Getränke angeboten. Leider träumen zu viele Menchen und nicht nur in Deutschland - mal so richtig "blau" zu sein. Doch dann bitte- unbedingt- sich von einem nüchteren Freund nach Hause bringen lassen. Das Leben könnte bei einer betrunkenen Fahrt enden - auf dem Friedhof. Das gilt nicht nur für Kircvhenobere- sondern erst recht auch für die normal Sterblichen.

Nun denn Prost mit Wasser und Fruchtsäften. legaf5tare2mn


Zander, 24.02.2010 20:25
Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Johannes 8,7

Friedemann, 24.02.2010 19:42
Der einzig richtige Schritt, Frau Käßmann! Leider sind damit nicht die Probleme in der evangelischen Kirche gelöst. Die kommen sicher in verschärfter Form noch. Auf den Nachfolger käme viel Arbeit zu, wollte er den Schaden wirklich wieder in Ordnung bringen. Die Alkoholfahrt war letztlich nur der Topfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Matthias, 24.02.2010 17:28
Schade Schade Schade
Das Frau Margot Käßmann als Ratforsitzenede verloren geht finde ich sehr Schade.
Ich selbst bin Katholisch und habe diese Frau bewundert wegen ihrer Menschlichkeit und
Stärke.Gerad Fehler machen uns zu Menschen und unterscheidet uns von Maschinen.
Natürlich gelten Gesetzte für alle,auch für höchste Würdenträger.
Als Mensch und Christ bleibt sie mir Sympathisch,das sie von ihrem Amt zurücktritt zeigt einmal mehr was für eine Persönlichkeit sie ist. Sie übernimmt Verantwortung für ihr tun und handeln,wäre
schön wenn das noch mehr Menschen tun würden in unserer Gesellschaft und Fehler eingestehen.
Ich wünsche ihr viel kraft für die Zukunft und alles Gute.


Gustav Flentje, 24.02.2010 12:46
Kritische Fragen und neue Denkanstöße sind sicherlich löblich und wären in der Politik sicherlich auch mehr als erforderlich. Ob gerade das Oberhaupt einer kirchlichen Gemeinschaft den Ausstieg aus dem Famileinleben predigen und beführworten sollte, ist sicherlich ein kritischer Ansatz, aber steht der Kirche als Gemeinschaft für Trauung, Taufe und Konfirmation und damit dem Eintritt für familiäre Bündnisse ganz schlecht zu Gesicht.
Das kann man sicherlich weiter ausführen.
Was treibt aber Menschen mit einer solchen charakterlichen Schäche in diese Ämter?
Objektiv ist doch zu erkennen, dass es nur die Gier nach Macht und Geld ist. Hier muss ein Ruck durch Deutschland gehen, denn ein Volk ohne Menschen und menschliche Bindungen und Fiamilie gibt es nicht. ....und Entgleisungen ind dieser "vorsätzlichen" Form sind unangemessen und untragbar.


Horst-Bernhard Kahl, 24.02.2010 12:36
Frau Käßmmann ist ein Mensch der eben Fehler macht wie alle Menschen. Ich habe
für sie gebetet und der Herrgott wird ihr Erkenntnis geben.
Aller Wirbel um sie lenkt nurvon den
wirklichen Problemen ab.
Horst-Bernhard Kahl, Hamburg


Ralf Heinz, 24.02.2010 12:07
Gibt es überhaupt noch "Werte" in dieser Gesellschaft, in diesem Lande?
Da wirtschaften sich Banker und ihre Kunden an den finanziellen Abgrund.
Bekommen dafür finanzielle Hilfe und machen plötzlich zum Jahresende Geweinn und zahlen dann NUR an die Aktionäre aus!
Ein gewählter Ministerpräsident erwartet für Gespräche mit seinen Wählern, in dem Fall sprich von Unternehmern, dafür Geld!
Selbst in der Kirche kann man keinen glauben. Es gibt Übergriffe auf Kinder und jetzt die Alkoholfahrt.
Da fällt mir nur eine Textzeile eines Gedichtes ein. Ich glaube es war Heinrich Heine der schrieb: "Denk ich an Deutschland bei Nacht, dann bib ich um den Schlaf gebracht."




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