Soziale Gerechtigkeit gehört zur Sphäre der verteilenden Gerechtigkeit. Tatsächlich gibt es keine Umstände, die sozial gerecht sind. Stets können Umstände noch gerechter gedacht und gemacht werden, indem die „sozial gerechte“ Umverteilung der Vergangenheit einfach noch ein Stück weiter vorangetrieben wird.
Nach Anthony de Jasay gibt es nur zwei überschneidungsfreie Reiche in der Welt der Gerechtigkeit:
1. Die ausgleichende Gerechtigkeit folgt der Maxime „suum cuique“ (jedem das Seine). Auf die Frage, was gerecht ist, geben hier feststellbare Tatsachen eindeutige Antworten. Gerechtigkeit entsteht durch gerechtes, Ungerechtigkeit durch ungerechtes Handeln. Gerechtigkeit herrscht, sobald jeder seine Freiheiten wahrnimmt und dabei seinen Verpflichtungen nachkommt. Dementsprechend verteilen sich Vorteile und Lasten. Ein Beispiel: Arzt und Patient handeln die Heilbehandlung und ihre Kosten frei aus. Gerechtigkeit herrscht, wenn der Arzt die Leistung erbringt und der Patient die Rechnung bezahlt. Dass sich ein anderer Patient diese Behandlung nicht leisten kann, hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun
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