J.R.R. Tolkien schrieb im Vorwort zu seinem Epos Der Herr der Ringe: "Diese Geschichte wuchs, während ich sie schrieb" und auch "unsere" Version des Dramas könnte man mit einem ähnlichen Satz beginnen lassen...
Nun ist der erste Teil des Epos ja bereits geschrieben, unter dem Titel "Das Ring-Ding oder: Der König ist tot" nahm ich Bezug auf die Geschichte, die jetzt langsam und unter großen Mühen von Hinten aufgerollt wird. (zu lesen auf juttaschuetzdeller.de)
Konsequenterweise muss dem (eigentlichen) dritten Teil jetzt Teil Zwei folgen, aber ich tat mich schwer, den ursprünglichen Titel "die zwei Türme" irgendwie umzuschreiben...
Also wählte ich einen klassischen Spruch aus meinem Lieblingsbuch, denn wenn ein Zitat zutreffend ist, dann wohl dieses...
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ans Licht zu treiben und ewig zu binden... im Lande Rheinland-Filz, wo die Pleite droht..."
Die Bewohner des hügeligen Eifellandes lieben nichts so sehr wie die Scholle, die sie bearbeiten, Unfrieden und Ärger gehen sie aus dem Weg. Die Geschäfte der "großen Leute" interessieren sie nicht, doch sie sollen bald erfahren, dass sie sich mitten in einer Geschichte wiederfinden, in der auch sie eine entscheidende Rolle spielen ...
So oder ähnlich könnte man beginnen, wenn man sich auf der Zunge zergehen lässt, was nun Stück für Stück ans Tageslicht gezerrt wird. Tief, abgrundtief sind die Klüfte, die sich auftun und gleich einem Pilzgeflecht ziehen sich die Verbindungen durch alle Entscheidungsebenen, und wo einstmals, wie in der Ring-Trilogie, die "Könige der Menschen" einen Ring erhielten und glaubten, nun über unendliche Macht zu verfügen zeigt sich jetzt, dass sie korrumpiert von Macht und Gier zu "Ringgeistern" geworden sind.
"Ringgeist" Kafitz, der wider bessren Wissens die SPD- Landesregierung immer und immer wieder dazu bewegen konnte, Millionen in sein Groschengrab zu schaufeln. Der den drohenden Konkurs ignorierte und statt dessen "König Kurt" vorgaukelte, alles sei auf einem guten Weg und der Erfolg sei nicht mehr aufzuhalten.
"Ringgeist Deubel", König Kurts rechte Hand im Bestreben, aus einem toten Gaul ein Rennpferd zu machen, der gemeinsam mit Geschäftsführer Kafitz die drohende Pleite links liegen lies, um seinen König in noch strahlenderem Licht erscheinen zu lassen, während der verkündete: "Wir machen das schon! Der Ring wird eine Erfolgsstory!"
"Ringgeist Hering", über dessen Ministeriumsschreibtische und die ISB die "Erfolgsstory" mit dem Geld anderer Leute finanziert wurde und der allen Warnungen zum Trotz immer wieder auf die Einflüsterungen seiner Kollegen hörte. Noch als schon die ersten schlechten Nachrichten ans Tageslicht gezerrt wurden, reiste er unermüdlich durch die Lande und schwor die Genossen ein, durchzuhalten, alles sei nicht so schlimm wie geschildert, man werde dank Lindner immer noch eine Erfolgsstory aus dem Ring machen.
"Der Herr des Rings", Kurt Beck, in dessen Reich nichts geschieht, ohne dass er nicht davon erfährt und der nun darum ringen muss, seine Unkenntnis der Sachlage möglichst glaubhaft unters Volk zu bringen. Er trägt die Verantwortung, aber bislang merkt man ihm nicht an, dass ihn das in irgendeiner Form beeinflusst.
Rheinland-Pfalz hatte Ende 2008 eine Einwohnerzahl von: 4.028351
Derzeitigen Berechnungen zur Folge wird das Ring-Projekt bis zum Jahr 2020 neben den geschätzten 350 Millionen Baukosten auch 151 Millionen Euro Verluste einfahren. Das berichtete heute früh die Rhein-Zeitung und sie stützt ihre Aussagen auf zwei Gutachten, eines von Ernst&Young und eines der KPMG, zwei Schwergewichte der deutschen Wirtschaftsprüfer-Branche.
Im Klartext bedeutet das, dass Dank des unermüdlichen und ungehörigen Einsatzes unserer "Ringgeister" nahezu eine halbe Milliarde Euro in die grüne Landschaft der Eifel versenkt wurden und werden. Gerechnet pro Einwohner sind das ca. 120Euro, eine Summe, die merkwürdig gering erscheint, aber dabei ist zu bedenken, dass jeder Säugling, jeder Greis diese Summe zu zahlen haben wird.
Wie lautet die Konsequenz aus dieser Geschichte, die Moral der Geschicht' sozusagen?
Im Herrn der Ringe finden sich "Die Gefährten" zusammen, eine Gruppe, bestehend aus all denjenigen, die vom bösen Tun betroffen sind, um dem Treiben ein Ende zu bereiten. Letztlich ist es am Ende der Kleinste und scheinbar Schwächste, der den entscheidenen Schlag gegen den "Herrn der Ringe" ausführt.
Belassen wir es doch dabei, was die Hobbits für Herrn Tolkien, kann der Wähler für Rheinland-Pfalz sein. "König Kurt" wird freiwillig seinen Thron nicht räumen, wird sich mit aller Kraft an seine Macht klammern. Ein Eingestehen seiner Verantwortung und ein Rücktritt kommt für ihn, der selber schon so korrumpiert scheint, nicht in Frage. Doch der Schwächste in diesem Drama kann auch hier das Lug- und Truggebäude zum Einsturz bringen. Der Wähler kann, gleich einem tapferen Hobbit, im entscheidenden Moment sein Kreuz an der richtigen Stelle machen und der Herrschaft des "Herrn des Rings" ein Ende bereiten.