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     Dr. Michael von Prollius
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Polit-Zirkus
Weitere Themen: Allgemein, Reformen, Wirtschaftspolitik

Das alltägliche politische Gezerre vor und hinter den Kulissen bindet erhebliche Ressourcen und erfährt viel Aufmerksamkeit. Ein aktuelles Beispiel sind die Berichte über die Performance der FDP und ihre stark sinkende Wählergunst sowie der Konflikt mit der CDU. Es handelt sich hierbei um politischen Alltag, um unproduktive Unterhaltung und Ablenkung.

Ginge es hier um etwas Wesentliches, wäre das Ganze tatsächlich eine Schlagzeile wert. Parteienpolitik ist aber vom Wesen her auf Konflikte und Kompromisse ausgelegt. Schließlich drängeln sich die Parteimitglieder um lukrative Posten in Staat und Gesellschaft. All das geschieht stets auf Kosten Dritter, die den ganzen Zirkus teuer bezahlen müssen. Die Masse der Nachrichten ist daher grundsätzlich so bedeutsam wie die Feststellung: Hund bellt.

Problematisch ist die groteske Überschätzung der Politik. Das gilt sowohl für die Lösungskompetenz, die den Politiker zugesprochen wird, als auch für die fahrlässig übersehenen, allgegenwärtigen negativen Folgen ihres Handelns

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Die ständige Aufmerksamkeit wäre vielleicht amüsant, wenn es sich dabei um etwas Vergleichbares wie die Fußball-Bundesliga handeln würde.  Leider handelt es sich aber nicht um folgenlose Unterhaltung. Das Ganze geht zu Lasten der Erkenntnis, dass

– Politiker nach ihrem persönlichen Fortkommen streben und nicht nach dem Gemeinwohl,

– Parteien Klientelverbände zur Beförderung der Interessen ihrer Mitglieder auf Kosten anderer sind,

– Politik nicht die Lösung, sondern das Problem ist, durch das Schüren von Wirtschaftskrisen und sozialen Konflikten, durch Verringerung der Wohlfahrt der Nationen und die Einschränkung unserer Handlungsmöglichkeiten.

Die Politik nährt sich selbst – die Politisierung all unserer Lebensbereiche sollte daher nicht überraschen. Kurzum, Politik ist weit überwiegend Krisen verursachende Politik. Das wird besonders in langfristiger Perspektive deutlich.

Zwischen den Parteien bestehen in dieser Hinsicht lediglich graduelle Unterschiede, entgegen dem Eindruck, den Parteien wie Medien erwecken. Ursächlich ist hierfür die Ausrichtung der Parteien und Politiker auf Sonderinteressengruppen und kurzfristige Effekte. Im Vordergrund steht die rationale, alles dominierende Frage: Wie wirkt es – im Hinblick auf meine Wiederwahl? Hinzu kommt, dass Wähler nicht rational wählen. Sie lassen sich wie beim Fußball vielfach von Emotionen leiten, unabhängig davon ob sie ahnungs- und teilnahmslos sind oder fachsimpelnd zu allem etwas zu sagen haben.

Die Aufgabe unserer Zeit ist eine Entpolitisierung unseres Lebens. Das heißt nicht, dass wir unpolitische Menschen werden sollten. Vielmehr geht es darum, unsere Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Ziel muss es sein, uns von der herrschenden politischen Kaste zu befreien. Es ist ökonomisch und moralisch zu kostspielig, sich einen derartig aufgeblähten Polit-Apparat zu halten, zumal dessen Wesen darin besteht, uns mit unterhaltsamen Phrasen auszubeuten.



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Kommentare (12)

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  Kommentare (12)

Andreas Dmytrowicz, 25.02.2010 01:40
Zu Dr. Michael von Prollius:

" Bitte denken Sie doch auch an etwas anderes als an Geld .."

Jetzt so? Fein! Dann schlage ich vor, Sie spenden den Bucherlös bedürftigen Opfern "der Pervertierung der Marktwirtschaft", da es Ihnen ja offensichtlich - überhaupt nicht - darauf ankommt!??


Zunächst ist allerdings festzuhalten:
- Mein Kommentar vom 19.02. - 21:42 Uhr
erschien nicht.
- In - unmittelbarer - Reaktion
auf die Eingabe meines Kommentares von 23:07 Uhr, Zensurnachfrage, wurde dieser dann allerdings - sofort - eingestellt!


"Die zweite Antwort .." ist auch hier weiter zu hinterfragen.
Ihre lange ausstehende Antwort im Beitrag "Markt und Moral" erfolgte erst am 19.02.2010, 20:13 Uhr, zusammen mit diesem hier.
Insoweit wäre doch mitzuteilen gewesen: Mein Kommentar liegt - jetzt - dort vor.


Zu Ihren - für sich selbst sprechenden - Reaktionen ist dann auf den Beitrag "Markt und Moral" zu verweisen.


GG, 21.02.2010 21:34
GG 20 (4)

Michael von Prollius, 19.02.2010 23:29
@ Andreas Dmytrowicz

Bitte denken Sie doch auch an etwas anderes als Geld.
Jedes verkaufte Buch verbreitet die darin enthaltene Idee, wenn es gelesen wird. Jede Werbung ist eine Information, die auf die Idee hinweist.

DIe zweite Antwort bezieht sich auf Ihren Satz: "wo übrigens eine Beantwortung seit gut einem Monat offen steht".


Andreas Dmytrowicz, 19.02.2010 23:07
Mein beantwortender, hinterfragender, sachlicher Kommentar, von 21:42 Uhr,wurde als "wird .. freigeschaltet" angezeigt, später als "Ungültig", erschien erstmals nicht! Nach Kritik. - Nun Zensur? -

Andreas Dmytrowicz, 19.02.2010 21:42
Sachliche und vollinhaltliche Bezugnahme leider nicht erkennbar.

"Ich befürworte .. Produktplacement .. Kunden haben auch gekauft." (Schleichwerbung ..?) .. Hauptsache die Kasse stimmt..?

Fällt das eventuell in den Kontext "Pervertierung der Marktwirtschaft"?

"Bei den Beiträgen gibt es keine automatische Information, wenn ein Kommentar hinzugefügt wird" (.. was natürlich bekannt ist, aber ..) - worauf soll sich denn diese "Antwort" beziehen ??


Michael von Prollius, 19.02.2010 20:24
@ Andreas Dmytrowicz

Sie können Ihr Geschmacksempfinden verbessern: "Auf der Packungsbeilage" steht nichts von "identisch". Und Erstaunen ist doch etwas sehr Schönes - und viel besser als der sonst verabreichte öde Einheitsbrei aus schlechten Zutaten und mit üblen Folgen für das Wohlbefinden.

Bei den Beiträgen gibt es keine automatische Information, wenn ein Kommentar hinzugefügt wird.


Andreas Dmytrowicz, 19.02.2010 17:43
Sie haben recht erstaunliche Interpretationen, wie sich schon im Beitrag "Markt und Moral" zeigte (wo übrigens eine Beantwortung seit gut einem Monat offen steht).

Haben Sie schon einmal in aller Ruhe geprüft, wie Sie zu der erstaunlichen Auffassung gelangten, nach meiner Auffassung seien Moral und Werbung unvereinbar?

Erstaunlicherweise sind für Sie allerdings Werbung (also informativ und als solche erkennbar) und und gezieltes Produktplacement (vergl. auch rechtliche Bewertung) Schreiben von Artikeln - um Buchverkäufe o.a. zu befördern - identisch.

Meinen "faden Bei - geschmack" zumindestens haben Sie gerade bestätigt.


Michael von Prollius, 19.02.2010 15:28
Ich befürworte Werbung, Produktplacement und dergleichen, etwa bei Amazon: Kunden ... haben auch gekauft.

Bei Forum Ordnungspolitik gibt es "Werbung" für Bücher und Artikel, damit möglichst viele Menschen davon Kenntnis erlangen.

Meine Beiträge werben allesamt für eine Ordnung der Freiheit.

Haben Sie schon einmal in aller Ruhe überprüft, wie Sie zu der erstaunlichen Auffassung gelangt sind, Moral und Werbung seien schwer vereinbar?


Andreas Dmytrowicz, 19.02.2010 12:51
.. einen äußerst faden Beigeschmack hinterläßt es allerdings, wenn der Autor vehement die vorherrschenden Zustände kritisiert, in einem anderen Beitrag von "Markt und Moral" schreibt, allerdings ausnahmlos alle selbst verfaßten Artikel gleich mehrfach mit
Eigenwerbung für "die Pervertierung der Marktwirtschaft" garniert sind!

So etwas fällt dann wohl etwa in den Kontext von Produktplacement, erinnert an Vorgänge wie die Buchbewerbung von "Heilung unerwünscht."

Artikel zu Werbezwecken?

Kann man dies auch als Ad Absurdum führend ansehen?

Kommentar des Autoren heirzu wäre interessant!


Andreas Dmytrowicz, 19.02.2010 03:20
Jedwede rechts-/staatliche Ordnung ist schon sehr lange beseitigt!! Das gilt tatsächlich für ausnahmslos alle Bereiche in der BRD.

Ein wirklich trefflicher Beitrag, auch der Kommentatoren.

Die einzige Chance, die ich real sehe, wäre ein gesellschaftlicher - Z u s a m m e n h a l t - der zwangsläufig in dem enden muß, wie es zum Ende der DDR kam. "Wir sind das Volk!"

Kompletter Systemwechsel. Und bitte - ich kann das Geschwafel vom Kommunismus nicht mehr hören/lesen.

Es ist letztlich völlig gleich welcher "Weltanschauung" man anhängt, wichtig ist die Einigkeit darüber das es - so - definitiv einfach nicht mehr weitergehen kann!!

Der Rubikon ist doch weit überschritten!

Das Problem: Es gibt keinerlei Zusammenhalt mehr. Es ist vielmehr Krieg, geschürter Krieg. Jeder gegen jeden, ideologisch, .. in jeder Beziehung, gesellschaftliche Spaltungen, - wie gerade trefflich von Westerwelle dokumentiert.

Völliger Egoismus, Verrohung, fehlen altruistischer Ziele, Gefühlskälte, psychische Wracks.

Menschen in Angst können (sollen) sich nicht wehren.

Forciert von den Medien, die tatsächlich Gehirnwäsche betrieben/betreiben.

Gewalt und totale Grenzenlosigkeit wird propagiert, bis zum Exzess gesendet .. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich hörte man "müsse über Leichen gehen."

Aus meiner Sicht ist das Parteiensystem gescheitert. Machtmißbrauch, Korruption, Arroganz, Interessengruppenpolitik ..

Hat mit Demokratie absolut null zu tun!

Wer sich bitte mal die einzelnen Artikel des Grundgesetzes durchliest und mit der - diesem komplett entgegenstehenden - Realität abgleicht, muß doch - exorbitanten - Handlungsbedarf sehen!




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