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     Fabian Heinzel
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Den Menschenrechtsbegriff schlank halten!
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Die 30 Artikel umfassende Allgemeine Erklärung der Menschenrechte entstand im Jahr 1948 unter dem Eindruck der unvorstellbaren Grausamkeiten der vorhergegangenen Weltkriege.  In der Präambel heißt es unter anderem „da ein gemeinsames Verständnis

dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist,“.

In der Erklärung selbst geht es um grundlegende Rechte wie ein Leben in Freiheit und körperlicher Unversehrtheit und ein Gelten der Unschuldsvermutung.  Dass der postulierte Menschenrechtsbegriff zumindest offiziell nahezu weltweit anerkannt wird, ist in der Tat ein großer Fortschritt der Menschheitsgeschichte.  Menschenrechte sind unveräußerlich – sie sind kein Gegenstand der Diskussion.  Daher ist es enorm wichtig, dass dieser Begriff nur in Zusammenhängen gebraucht wird, in denen es so gut wie keine vernünftigen Zweifel an seinem Sinn gibt.  Menschenrechte werden unter Umständen mit der Waffe in der Hand verteidigt – es muss daher ein breiter Konsens über ihre Definition bestehen.  Den Menschenrechtsbegriff im Zusammenhang mit Home Schooling, Homoehe oder Abtreibung zu verwenden ist daher nicht sinnvoll und außerdem gefährlich:  Ein inflationärer Gebrauch des Begriffes, der darauf abzielt, bestimmte Ansichten aus Debatten herauszulösen und Kritik an ihnen unmöglich zu machen, entwertet den Begriff der Menschenrechte als solchen.  Über die angesprochenen Themen kann und sollte diskutiert werden.  Über Menschenrechte nicht.



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Kommentare (18)

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  Kommentare (18)

Gerd Kaktus, 08.02.2010 07:43
@ Frank Martin:
Sie schreiben: "Und nein, "Rechte aller" können vom Tun Einzelner nicht berührt werden, weil es solche nicht geben kann."

Egal, wie man dies interpretiert - und es bieten sich ja mehrere Möglichkeiten - man kommt nicht umhin, sich zu fragen, ob man mit solch einer Argumentation nicht auch den Terror legitimieren kann. Denn wenn es kein allgemein gültiges Recht auf körperliche Unversehrtheit, so will ich es nennen, gibt, dann darf ja ein jeder straffrei erschlagen werden. Haben Sie die möglichen Konsequenzen für sich selbst bedacht?

Die anderen Punkte in ihrer Antwort möchte ich nicht weiter ausführen. Falls Sie jedoch zu dem, was ich gemeint(!) habe etwas zu sagen wissen, anstatt sich nur immer wiederholt an einzelnen Begriffen aufzuhalten, dann tun Sie dies doch bitte. Legen Sie uns dar, was SIE im Internet so treiben.


Astrid Lender-Deehagen, 07.02.2010 18:49
@Hedwig Beverfoerde

Offenbar sind sie auch nur "notwendigerweise" mit einem Mann verheiratet.Oder wie verstehe ich sonst Ihr verbittertes und gestriges Geschwätz?Bitte antworten!

Astrid


Randroid, 06.02.2010 14:06
Ich kann Menschenskind nur beipflichten. Völlig richtig erkannt.

Beobachter, 05.02.2010 16:30
Ich schlage vor, selbiges auf den Begriff Freiheit anzuwenden. Der wird gerade auf dieser Website sehr strapaziert.

Gladstone, 05.02.2010 16:14
Ja, guter Beitrag. Es gibt wirklich eine Tendenz bestimmte Begriffe inflationär zu verwenden. Enge Definitionen sind immer am besten, sonst landet man in der Beliebigkeit

Frank Martin, 05.02.2010 15:32
@Gerd Kaktus:
Eine Ehe ist eine auf Dauer angelegte Verbindung zwischen Mann und Frau.

Eine "Homoehe" hingegen ist keine Ehe. Der Begriff ist in etwa so sinnvoll wie "Knallruhe" oder "Trockenregen".

Der Zugang zu Bildung ist freilich individuell, das Internet mag als Quelle dienen, ob sich aber jeder dort um Bildung bemüht oder nur um Selbstbefriedigung, ist seine Sache.

Die Welt ernährt auch keine Menschen, das tun diese selbst, unter Nutzung der ihnen bekannten Naturgesetze und lebensräumlichen Bedingungen.

Und nein, "Rechte aller" können vom Tun Einzelner nicht berührt werden, weil es solche nicht geben kann.

In Wahrheit sind die Menschen verschieden. Mancher wähnt sich als passiver Konsument von eingebildeten Menschenrechten, mancher produziert Rechte, indem er Pflichen eingeht.


Gerd Kaktus, 05.02.2010 14:08
Mann wundert sich doch ein wenig über so manches. Anscheinend wird übersehen, daß die vorgenannten Aspekte - Home Schooling und Homoehe allemal - durchaus ineinandergreifen können. Denn auch Homos können Kinder verantwortlich aufziehen (sie dürfen bloß keine adoptieren) und zu vorbildlichen Mitmenschen heranziehen. Warum dann aber die strikte Trennung und Ungleichbehandelung im Gesetz, wenn gleiche Aufgaben ungleich sanktioniert werden?
Die Meinung, daß es das Konstrukt der "Homoehe" erst seit neuestem gebe, ist unbegründet, um nicht zu sagen so falsch, daß sie mit der Wahrheit nicht in Einklang zu bringen ist. Verbreitet hat diese Lüge wohl in erster Linie die Boulevardpresse. Machen wir uns mit ihr gemein? Oder suchen wir die Wahrheit?

Aber bitte, gestehen wir es gerne ein und zeigen am Beispie Home Schooling auf, daß - und vor allem wo überall - gegen Menschenrechte verstoßen wird. Es ist völlig klar, Menschen haben den gleichen Zugang zu Bildungsmöglichkeiten, überall auf der Welt, dank Internet. Das gilt besonders für diejenigen, die unterhalb der Armutsgrenze leben und mit weniger(!) als einem US$ /Tag/Kopf auskommen müssen. Da kann man sich leicht einen Anschluß leisten.

Bitte: Machen Sie den ersten Schritt vor dem Zweiten! Denn die Welt kann nur eine begrenzte Menge an Menschen ernähren. Daher wäre zuerst die Frage zu stellen, ob es sinnvoll ist, wenn die Rasse Mensch sich weiter exponentiell vermehrt. Oder berührt hier das Tun des Einzelnen nicht die Rechte aller?


Frank Martin, 04.02.2010 14:25
@Sabine:

Nicht jeder Mann will eine Frau heiraten, und zwar ganz unabhängig von seiner bevorzugten Sexualität. Daraus folgt aber nichts in Bezug auf seine Rechte oder die Ehe als Rechtsinstitut.

Es soll sogar Männer geben, die keine Frau sein wollen und dennoch berührt das die Existenz von Frauen nicht im geringsten.

@Robert Reimer:

Ich weiß nicht, wie sie die Gebäude irgendeiner Glaubensgemeinschaft "abschaffen" wollen, ohne sich dabei schuldig zu machen. Wie sie das aber ausgerechnet aus meinen Zeilen schließen können, bleibt mir ein ausgesprochenes Rätsel.


Robert Reimer, 04.02.2010 11:49
@ Frank Martin
Unglaublich, wie hier argumentiert wird. Dann können wir ja mal die katholischen Kirchen abschaffen, es würde ja nicht die Rechte der Katholiken beschneiden, sie haben ja wie jeder Andere auch das Recht in evangelischen Kirchen zu beten.


Menschenskind, 04.02.2010 06:00
Was ist denn ein Recht? Die andere Seite von der Medaille, auf deren erster Seite das Wort „Pflicht“ eingraviert ist. Wo jemand ein Recht proklamiert, muß ein anderer (oder er selbst) die Pflicht haben, für die Verwirklichung des Anspruches zu sorgen, will dieser nicht eine leere Phrase sein. Wer wird denn für das „Recht“ des Menschen auf dies und das geradestehen müssen? Oder gar für die sogenannten „Menschenrechte“? Muß man diese – nicht genannten Personen und Personenkreise – zur Einlösung zwingen?
Mit dem „Recht auf ...“ offenbart sich ein Anspruch, der unerfüllbar ist, weil der Mensch kein Recht auf persönliches Wohlergehen, auf Wohlstand oder auf Glück haben kann, allein schon deshalb, weil niemand für dessen Verwirklichung verpflichtet ist, es sei denn, wir stellen es auf eine multiple Versklavung ab, wo jeder jedermanns Sklave ist. Grotesk!
Es scheint, daß „Rechte“ als etwas grundsätzliches anderes verstanden werden, mißverstanden also – nämlich als ungerechtfertigter Anspruch eines jeden Menschen gegen jeden. So wie die Demokratie die große Illusion erzeugt, daß jeder auf jedermanns Kosten blendend leben könne, ohne verantwortlich zu sein für die Mehrung des Wohlstands, scheint mir das „Menschenrecht“ ebenfalls eine Verirrung des Denkens zu sein, eine Translogik mit negativen Folgen für die Praxis des Gemeinlebens, dient der ganze Talk um die Rechte doch den Herrschenden zur Durchsetzung ihrer Machtansprüche, ohne daß sichtbar würde. „Menschenrecht“ wie „Kampf gegen Rechts“ und „Gleichberechtigung“ und so viele andere Ideologismen der verdeckten Machtausübung erweisen sich als gut getarnte Instrumente zur Unterdrückung des gutgläubigen Volkes.




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