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17.05.2012
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     Almut Rosebrock
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Gedanken zum Gesundheitsfonds
Weitere Themen: Allgemein, Reformen

In Zeiten, in denen gewöhnlich der freie Wettbewerb über alles geht, wurde, infolge des „Gesetzes zur Stärkung des Wettbewerbes in der gesetzlichen Krankenkasse“ (2.2.2007) der Gesundheitsfonds eingerichtet. Hiermit bekommt das Bundesversicherungsamt die „Oberhoheit“ über alle von Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung eingezahlten Beiträge. Diese werden dann, nach einem bestimmten, an Krankheitshäufigkeiten orientierten System, an die Kassen zurückverteilt – die damit dann die erbrachten Leistungen der Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker und Therapeuten vergüten. Wodurch hier allerdings der Wettbewerb gestärkt wird, ist mir nicht ersichtlich – es ist ein enormer (zusätzlicher) Verwaltungsaufwand notwendig zur Datenerhebung, -speicherung und -verrechnung. Es geht um hochsensible Daten von 50 Mill. Versicherten, die Gesundheit betreffend.

Die Erfahrung zeigt, dass für einen so riesigen „Topf“ sich niemand recht verantwortlich zeigt – was bei der eigenverantwortlichen Verwaltung der Beitragsgelder bei den Kassen anders war. Hier konnten die Kassen frei und übersichtlich wirtschaften – und entsprechend ihre Beitragssätze festlegen.

Am Gesundheitsfonds verdienen hauptsächlich Bürokraten, Juristen und Verwaltungsmitarbeiter; es zahlt (wieder mal) der Steuerzahler und Versicherte.
Leistungserbringer haben durch den dauernden Veränderungsdruck keine verlässlichen wirtschaftlichen Grundlagen mehr für ihre Arbeit – Leidtragende sind, wie meistens, die Patienten.



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Kommentare (2)




 
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Freigeist, 28.01.2010 00:59
Hallo,
wer sich nur ansatzweise dafür interessiert, wie unterschiedlich die Einkommen der Ärzte sind, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Die Unterschiede sind gewaltig. Dies bedeutet, dass die Ärzteschaft unter sich einen Finanz-Ausgleich vornehmen sollte. Statt dessen wird ein gekonntes werbliches Ablenkungsmanöver gefahren, sehr erfolgreich.
Meine Gratulation.
Der Dumme ist der Bürger.
Grüße
Freigeist


Elmar Oberdörffer, 27.01.2010 15:14
Es ist ja noch viel schlimmer! Außer dem von den Versicherten zu tragenden Zusatzaufwand für die Verwaltung des Gesundheitsfonds erhöht sich auch der Verwaltungsaufwand für die Krankenkassen, jedenfalls dann, wenn sie Zusatzbeiträge erheben müssen. Diese Zusatzbeiträge werden ihnen ja nicht, wie vor der Einführung des Fonds, automatisch vom Arbeitgeber überwiesen, auch nicht vom Gesundheitsfonds, sondern dafür müssen Sie jeden Versicherten anschreiben, sich eine Abbuchungsermächtigung erteilen lassen, oder den Versicherten dazu bewegen, einen Dauerauftrag einzurichten, oder ihn dazu auffordern, jeden Monat den Zusatzbeitrag zu überweisen, und dann müssen Sie den Eingang des korrekten Betrages jeden Monat kontrollieren, bei Nichteingang mahnen, bei erfolgloser Mahnung gerichtlichen Zahlungsbefehl einholen, Inkassounternehmen beauftragen....
Da geht ein guter Teil der Zusatzbeiträge für drauf, völlig sinnlos. Dieses unsägliche bürokratische Monstrum von Gesundheitsfonds konnte nur von Politikern erfunden werden, jedem normal denkenden Menschen ist sofort klar, daß damit nur Geld verbraten wird.



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