Anfang Februar ging es durch die Medien: Lernen ohne Schule bleibt in Deutschland verboten. Die bekannteste Freilerner-Familie Deutschlands hatte einmal mehr vor Gericht verloren. Warum ist es uns Neubronners so wichtig, dass häusliche Bildung als gleichwertige Alternative zur öffentlichen Schule anerkannt wird? Und warum sollten sich auch Eltern für dieses Recht
einsetzen, für deren Kinder "Homeschooling" nicht in Frage kommt? Ein Plädoyer für
Bildungsfreiheit.
Es ist ein Generationenproblem. Die heutigen Richter, auch im Bundesverfassungsgericht, gehören überwiegend noch nicht zu der Generation, die wie selbstverständlich schon in der Oberstufe für eine Zeit ins Ausland geht, ein paar Auslandssemester nachlegt und ihre Vita mit karrierefördernden Auslandsphasen belebt.
Blick über den Tellerrand
Sonst wäre ihnen bewusst, wie selbstverständlich das Recht auf Bildungsfreiheit unter den entwickelten Demokratien weltweit ist. Deutschland ist das einzige Land, das - mit dem Reichsschulpflichtgesetz 1938 - den strafbewehrten Schulzwang einführte. Aus den segensreichen Schulpflichtregelungen, die Eltern und Gutsherren verpflichteten, ihren Kindern Lernen zu ermöglichen, wurde der Zwang zur staatlich verordneten Einheitsbildung.
In Kanada und den USA, in Israel, Südafrika, Australien, Neuseeland und natürlich in der gesamten EU stößt immer wieder auf ungläubiges Staunen, wer berichtet, dass hierzulande Lernen ohne Schule ungeachtet allerbester Ergebnisse mit Buß- und Zwangsgeldern, Gefängnisstrafen (ohne Bewährung!) oder Sorgerechtseinschränkungen geahndet wird. Hunderte von bildungsbewussten, engagierten Familien verlassen jährlich das Land, um ihren Kindern freie Bildung zu ermöglichen. Sie gehen nach Österreich, Holland, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal, Irland, England, Tschechien, Polen, in eines der skandinavischen Länder -eine Familie hat in den USA sogar politisches Asyl beantragt.
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