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     Kurt J. Heinz
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Mit Kerzen und Friedensgebeten zu den Taliban?
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Neujahrspredigt der Ratsvorsitzenden der EKD, Landesbischöfin Margot Käßmann

In ihrer Neujahrspredigt brachte die Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischöfin Margot Käßmann, einmal mehr zum Ausdruck, daß sie - wie wohl Millionen andere - nicht nur im persönlichen Leben, sondern auch mit Blick auf unsere Welt erschrickt. Wie schon in ihrer Weihnachtspredigt nennt sie erneut das Klima und Afghanistan. Sie fordert Mut zum Handeln und Fantasie. Überzeugende Antworten bleibt sie indes schuldig.

Was will Käßmann mit dem wohlklingenden Spruch sagen, nach dem Klimagipfel sei Mut zum Handeln angesagt? Den interessierten Hörer ihrer Predigt lässt die Bischöfin mit diesem Allgemeinplatz alleine. Er paßt zu fast allem. Das ist das Schöne, bleibt aber Rhetorik. Was sie konkret will, bleibt unklar. Das ist das Ärgerliche, denn es fehlt an konkretisierter Substanz. Meint Käßmann etwa, die Menschen sollen den Mut haben, dem Klima zuliebe auf ihren  Urlaubsflugtourismus zu verzichten? Auf dem Hin- und Rückflug von Frankfurt nach Mallorca produziert ein Passagier 700 kg CO2, also fast so viel wie ein Mensch in Indien während eines gesamten Jahres (900 kg CO2). Oder meint sie stattdessen, daß etwa ältere Menschen ihre Räume nicht mehr mit einer Raumtemperatur von 22 oder 23, sondern nur noch von 19 Grad Celsius beheizen sollen? Doch dies sind keine beliebten, sondern unbequeme Wahrheiten, die Käßmann nicht ausspricht - ganz unabhängig davon, ob dies unser Klima wirklich beeinflussen würde.

Auch zum Schreckensthema Afghanistan verbreitet die Bischöfin untaugliche Allgemeinplätze. Wer teilt nicht ihr allgemeines Erschrecken über die Schrecken der Gewalt? Muß der Schrecken über den barbarischen Anschlag vom 11. September 2001 mit fast 3000 unschuldigen Opfern heute nicht gerade deswegen in unserer Erinnerung bleiben? Er war es, der die UNO zum Handeln brachte und schließlich auch den Anstoß für den Einsatz von Streitkräften gab, um dem Schrecken des Terrors entgegenzutreten. Zuvor waren 1999 aufgrund der Schreckensherrschaft durch die Taliban fast 1 Million Afghanen in Flüchtlingslagern in Pakistan untergebracht. Dies darf nicht vergessen werden.  Doch der Einsatz von Streitkräften soll nun ein Ende haben. Die Bischöfin will den Rückzug deutscher Soldaten. Er soll durch mehr Fantasie ersetzt werden. Sie erinnert dabei an die Kerzen und Friedensgebete in der DDR vor zwanzig Jahren. Also dann, könnte postuliert werden: Soldaten kehrt! Statt euch kommen nun die Protestanten der EKD auf ihrem kerzenbeleuchteten Gebetsmarsch zu den Taliban nach Afghanistan, allen voran an der Spitze Frau Käßmann. Als Gastgeschenk für jeden Taliban haben sie eine Bibel dabei. Wer könnte Margot Käßmann daran hindern, dies zu tun, außer sie selbst?

Wahr ist gewiß, daß Soldaten alleine keinen Frieden schaffen. Aber dies ist keine neue Erkenntnis, die erst aus der Weihnachts- und Neujahrspredigt von Bischöfin Käßmann gewonnen wurde. Die unbequeme Wahrheit ist, daß Menschen tagtäglich entsetzlichen Mordanschlägen ausgesetzt sind. So auch am Neujahrstag, an dem ein Blutbad beim Volleyball in Pakistans Grenzregion angerichtet wurde. Bei einem verheerenden Selbstmordanschlag auf einem Sportplatz in der Nordwest-Grenzprovinz kamen mindestens 75 Zivilisten, darunter viele Kinder ums Leben. Unbequeme Wahrheit ist ebenso, daß der friedliche Aufbau in Afghanistan seit Jahren von der westlichen Staatenwelt sträflichst vernachlässigt wird. Und unbequeme Wahrheit ist schließlich auch, daß dieser Aufbau weniger Fantasie, aber mehr Konsequenz von den Politikern und Opfer von den Bürgern verlangt. In der Summe betragen die EU-Zahlungen für Afghanistan im Zeitraum 2007 bis 2010 gerade einmal rund 760 Millionen Euro, also weniger als 200 Mio Euro pro Jahr aus dem Topf der EU. Addiert man die Zahlungen aus den 27 Mitgliedsstaaten der EU, beträgt das Gesamtvolumen aus dem EU-Raum jährlich weniger als 1 Mrd Euro. Das ist erschreckend wenig. Allein für die Abwrackprämie hat Deutschland im letzten Jahr den 5-fachen Betrag aufgebracht. Der Aufbau der afghanischen Polizei gibt ein zweites Bild des Jammers. Von 400 Polizisten, die die EU im Mai 2008 für die Ausbildung afghanischer Polizisten zugesagt hatte, waren Mitte 2009 erst 270 vor Ort. Das ist nicht einmal die Größenordnung von 3 Hundertschaften aus dem EU-Raum. Bei alledem muß bedacht werden, daß Aufbau nicht ohne Sicherheitskräfte möglich ist. Der Straßenbau gehört beispielsweise zu den gefährlichsten "Operationen" in Afghanistan. Anschläge auf die Straßenarbeiter sind ein ständiges Problem. Die Taliban attackieren sie gezielt, weil sie wissen, dass mit Straßen auch Fortschritt kommt. Wo bleibt über dies alles das Erschrecken von Käßmann? Wo sind die Appelle von Margot Käßmann an die Politik und Bürger unseres Landes, mehr für den Aufbau in Afghanistan zu tun und Opfer zu bringen?

Fantasie und Rhetorik können über die nüchterne Realität nicht hinwegtäuschen. Anders als in der DDR, helfen Kerzen und Friedensgebete in Afghanistan wenig. Gefragt sind Realitätssinn, der Mut zur unbequemen Wahrheit und die Bereitschaft, Opfer zu bringen, aus dem trennenden Egoismus herauszutreten, wie es Papst Benedikt XVI. in seiner Weihnachtspredigt betonte. Doch darauf bleibt Käßmann klare Aussagen schuldig. Hätte es einer Ratsvorsitzenden der EKD nicht besser zu Gesicht gestanden, sich am Fest von Christi Geburt für den Schutz des Lebens ungeborener Kinder einzusetzen, die Kinderlosigkeit dieser Gesellschaft anzuklagen und Maßnahmen für eine wahrhaft kinder- und familienfreundliche Gesellschaft einzufordern?

Stattdessen ist Käßmann der Versuchung erlegen, einen unbeholfenen Tanz auf einem politischen Parkett zu wagen, mit dem sie ihre Glaubwürdigkeit zu verspielen beginnt. Die Bischöfin weiß nicht wovon sie redet. Das ist weitaus schlimmer als die Politik zu verärgern, wie es in der WELT zu lesen war. Wer wie Käßmann fantasiert, wird rasch nicht mehr ernst genommen. Aus der ambitiösen Bischöfin könnte so bald eine bemitleidenswerte Kirchenfrau werden. Den Schaden werden die Kirchen, vor allem die evangelische und ihre Mitglieder, zu tragen haben. Es sollten Kerzen angezündet und gebetet werden, daß Margot Käßmann es so weit nicht kommen lässt und sich stattdessen auf das eigene reformatorische Erbe besinnt.

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  Kommentare (15)

Günter Johannsen, 03.03.2010 08:52
Eine Steinigung unter den Taliban in Kabul
(Zitiert aus: Berliner Zeitung, 22. Dezember 2001: Viele sind wirklich verrückt geworden, Ein Gespräch mit einer Aktivistin der afghanischen Frauen-Selbsthilfeorganisation Rawa. Rubrik: Feuilleton)

"Die Afghanin Safora Walid gehört der afghanischen Frauenorganisation Rawa an, die im Jahr 1977 gegründet wurde. Sie war Zeugin einer Steinigung unter der Herrschaft der Taliban in Kabul:
Es heißt, die Taliban hätten die Menschen gezwungen, zu den öffentlichen Hinrichtungen in die Sportstadien zu kommen. Die meisten sollen verzweifelt gewesen sein, manche aber auch gejubelt haben.
Diese öffentlichen Bestrafungen hat es in Kabul und allen anderen größeren Städten gegeben. Eine Woche vorher wurde bekannt gegeben, dass jene Frau oder jener Mann im Stadion bestraft werden wird, dass die Hände abgeschnitten werden etwa, und dass alle zu kommen haben. Es wurden sogar Menschen von der Straße aufgegriffen und hingebracht, damit sie sich das anschauen. Einmal war ich selbst im Stadion, als eine Frau gesteinigt wurde. Die Kabuler haben alles andere als gejubelt, die meisten Frauen haben geweint, sie haben Gott angerufen, ihn angefleht und sich zu ihm bekehrt, auch viele Männer und Jungen haben geweint. Gejubelt haben nur die Taliban. Sie haben sich unter die Leute gemischt, und sie hatten Peitschen dabei. Keiner konnte etwas sagen, man wurde sofort geprügelt."

Liebe Afghanistan-Einsatz-Gegner,
so lange Zeit ist das noch nicht her, dass Ihr das vergessen haben könnt? Und so naiv könnt Ihr doch nicht sein, daß Ihr die Folgen eines übereilten Abzuges der Bundeswehr nicht voraussehen könnt!

Wollt Ihr die Verantwortung für die Schreckensherrschaft der Taliban übernehmen - die vielen barbarischen Morde -, wenn Afghanistan dieser fanatisierten Mörderbande überlassen wird?
Ich meinerseits möchte ich dringend darauf verzichten.
wieder solche grausamen Bilder in den Medien zu haben. Mit etwas mehr Nachdenken und Vernunft kommt Ihr zu einer realistischeren Einschätzung dieses Afghanistan-Einsatzes!

Und bitte: mißbraucht die Friedensgebete nicht für diese
sehr naive und einseitige Haltung. Sie hat wenig mit Vedrantwortung gegenüber den Menschen in Afghanistan zu tun!!

Günter Johannsen
Diakon
Diplom-Sozialpädagoge (FH)


Susanne, 27.01.2010 12:05
@ Insider
Ich war fast so weit, Ihnen, als dem Insider, der ja was von der Sache versteht, wie Sie sagten, zu glauben, daß dort nicht das Militär, sondern die Polizei hingehört. Leider hört die Polzei nicht auf Ihre Insiderkenntnisse.
Die deutsche Polizei sei eine zivile Polizei, erklärten nun Gewerkschaftssprecher der Polizei: "Wir haben in Bürgerkriegsgebieten nichts zu suchen. Wir sind keine paramilitärische Einheit und wir wollen es auch nicht sein." Diese Aufgabe sollten das Militär oder andere paramilitärische Einheiten übernehmen. Die Bundesregierung könne Polizisten nicht "mit Gewalt in ein Bürgerkriegsland schicken", die Personalräte würden dem nicht zustimmen.
Schade, lieber Insider. Da werden Sie noch verdammt viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Vorerst fühle ich mich in einer guten Gesellschaft der Ahnungslosen: Denn nicht nur ich scheine keinen blassen Schimmer zu haben, sondern auch die Sprecher der Polizei.


Insider, 08.01.2010 20:05
@ Susanne

In dieser Republik maßen sich Menschen an, über etwas zu urteilen oder Sachverhalte zu beurteilen, von denen sie keinen blassen Schimmer haben. So eine Person scheinen Sie zu sein, verehrte Frau Susanne. Das Dritte Reich führte Krieg quasi gegen den Rest der Welt und es war gut so, dass sich die Alliierten zusammengetan haben und dem Hitlerregime eine Ende gesetzt haben. Das war ein erklärter Krieg und es wurde mit gleicher Münze zurückgezahlt.

In Afghanistan herrscht wenn, dann eine innere Auseinandersetzung unter in Afghanistan lebenden Menschen und Gruppen. Dort gehört eine Polizei geschaffen, die Kriminelle bekämpft, dazu ist jedoch das Militär nicht ausgebildet. Soldaten sind zum Töten ausgebildet, alles andere ist ein Mythos. Terroristen wuren in den 70iger Jahren in Deutschland mit polizeilichen Mitteln und ggf. nachrichtendienstlichen Mitteln bekämpft, die GSG9 ist heute noch eine Sondereinheit der Bundespolizei und nicht eine Spezialeinheit der Bundeswehr. Und vereherte Frau Susanne, Sie dürfen dem Insider glauben, der versteht etwas von diesem Thema, war er doch lange Zeit aktiv damit befasst. Ich kann allen Soldaten mit deutschem Hoheitsabzeichen´nur raten, den Rückflug zu buchen und sich zu weigern, afghanischen Boden zu betreten, Soldaten haben dort aus Deutschland jedenfalls nichts zu suchen, weder vor 8 Jahren noch heute, geschweige denn morgen.


Susanne, 08.01.2010 17:47
@Insider

Mir war nach Ihren vorherigen Sprüchen schon klar, daß Ihnen am Leben von Menschen nichts liegen kann, die von Terror und barbarischen Despoten bedroht sind. Hätten die Alliierten vor 70 Jahren nach Ihren Maßstäben gehandelt, gäbe es in Europa heute noch KZs und den Holocaust. Da ist jede weitere Diskussion sinnlos.


Insider, 08.01.2010 13:34
@Susanne

Die deutschen Soldaten haben und da können Sie noch so viele Greultagen der Taliban aufzählen, nicht nach Afghanistan. Dort führen die Amerikaner einen dem Grundgesetz der BRD nach Angriffskrieg, ein solcher ist nach den gültigen Buchstaben unseres GG verboten. Deshlab kriegen wir hier ja auch jede Art von nebulösum Vokabular hinsichtlich des Einsatzes und dessen Aufgabe geboten, um das Wort Krieg nicht zu benutzen.

Unsere Soldaten sind auf das Grundgesetz vereidigt und nicht auf einen wie auch heißenden Führer aber man lernt in Deutschland nicht aus der Vergangenheit. Es gibt ehrbare Soldaten, die haben ihren Dienst in Afghanistan verweigert und denen gilt meine Hochachtung, nicht denen, die da unten den Rambo spielen. Deutsche Soldaten haben sich aufgrund unserer unrühmlichen Geschichte herauszuhalten aus den inneren Angelegenheiten anderer Völker. Ansonsten müssen diejenigen, die da trotzdem mitmachen, ggf. mit ihrem Leben bezahlen. Beim Brunnenbohren sollten keine Bomben geworfen werden, Deutschland lässt im Namen des Parlaments Kriegsverbrechen geschehen, das hat doch was...

Übringens heute Taliban und auf der Liste der Bösen, mörgen fällt es den Amerikanern ein, weil ihnen anderswo der Schuh drückt, die Taliban wieder als ihre Freunde zu titulieren.

Hätte sich das Rad der Geschichte übrigens anders gedreht, wären die namentlich bekannten deutschen Widerstandskämpfer keine solchen gewesen und man würde diese heute nicht ehren.

Das System, dass derzeit in Afghanistan durch die westlichen Mächte gestützt wird, ist mit einem System nach europäischem Muster nicht vergleichbar und ein solches lässt sich da nicht einrichten. Auch die Bevölkerung umerziehen, wird dort nicht gelingen. Dazu empfehlt der Insider, sich mit der Geschichte der Afghanen einmal auseinanderzusetzen oder Peter-Scholatur lesen und / oder ihm zuhören, wenn er erzählt. Und Sie, Susanne, sorgen dafür, dass Ihre Tochter den Dienst quittiert auf das sie noch ein langes Leben haben möge, denn es gibt nur einmal die Chance, auf diesem Planeten als Menschen leben zu dürfen. Da muss es nicht in Afgahnistan oder sonst wo durch Kugeln oder Splitter abrupt beendet werden, übrigens die Waffen, die in Afgahnistan von den sog. Aufständischen benutzt werden, bauen die nicht selbst zusammen. Deutschland ist nicht ohne Grund der fünftgrößte Waffenexporteur der Welt, kommt Ihnen das nicht bedenklich vor ?

Frau Käßmann hat mit Blick auf ihre Predigt gegen das Debakel in Afghanistan meine volle Unterstützung. Und Sie, Susanne, werden auch noch schlau.


Susanne, 07.01.2010 02:26
@insider

Schön, dass Sie ein Insider sind. Dann ist Ihnen ja sicher bekannt, dass die Taliban vor der Intervention durch die Vereinten Nationen ihre Waffen auf die afghanische Zivilbevölkerung abgefeuert und diese willkürlich massakriert haben. Zwangsvertreibung, Hinrichtungen usw. waren in großem Maßstab an der Tagesordnung. Die Zivilbevölkerung war den Taliban schutzlos preisgegeben. Eine Million Afghanen flohen vor den Taliban allein nach Pakistan und hausten dort in Flüchtlingslagern. Den internationalen Hilfsorganisationen wurden durch die Taliban Hilfseinsätze und der Zugang verwehrt zur geschundenen Bevölkerung verwehrt. Wenn Sie als Insider das alles wissen, dann beraten Sie Frau Käßmann mal schön. Aber um mit der Fantasie der Taliban bei Gewaltverbrechen gegen Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht mitzuhalten, reicht weder Ihre Fantasie noch die von Frau Käßmann aus. Aus Fragen der Militärseelsorge sollten Sie sich jedoch besser heraushalten. Wenn Sie auch nur einen Funken Verstand und Anstand hätten und sich in die Lage der Soldatinnen und Soldaten versetzen könnten, würden Sie einen derart inhumanen Vorschlag nicht machen. Viele leben unter ständiger Bedrohung ihres Lebens und wurden von unserem Parlament dorthin geschickt. Seelsorge ist das Mindeste, worauf diese Menschen Anspruch haben. Ihr Insider-Ratschläge zeigen, was von den traumtänzerischen Eingebungen, die Sie hier loswerden, zu halten ist: noch weniger als von den Käßmann-Fantasien. Und um das Rauschgiftproblem in den Griff zu kriegen, das übrigens auch schon in den neunziger Jahren existierte, hilft weniger Fantasie, sondern Know-how und Ressourcen für den wirtschaftlichen Aufbau des Landes, damit die Leute eine Alternative für Ihren Lebensunterhalt entwickeln können. Vielleicht hören Sie sich mal an, was der Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik dazu zu sagen hat. Zwar gibt er sich nicht den Anschein eines Insiders, aber dafür scheint er ein Menge Kompetenz zu haben.


Freigeist, 05.01.2010 21:53
@Z. Klimowa
Hallo,
wären Sie ein wirklicher Fan der Freiheit, würden Sie Menschen im Ruhestand nicht vorschreiben wollen, wo und wie sie zu leben haben. Ich habe noch weit hin bis zum Ruhestand, bin also nicht unmittelbar betroffen. Deshalb kann ich frei von Eigeninteresse der Meinung sein, dass Personen im Ruhestand die Freiheit haben sollten, im Süden zu leben, um den hiesigen ungesunden Winter zu entfliehen.
Grüße
Freigeist


Friedemann, 05.01.2010 17:26
Für die populistischen Positionen von Frau Käßmann gibt es bereits eine Partei, einst aus der SED hervorgegangen, heute als Die Linke bezeichnet. Dieser sollte die kesse Bischöfin nicht die Butter vom Brot nehmen wollen oder sie sollte eine ehrliche Trennung vom Bischofsamt vornehmen, so wie sie es in ihrer gescheiterten Ehe schon getan hat. Und für Ehrlichkeit steht ja unsere Bischöfin. Herr zu Guttenberg hat sie heute zu einem Gespräch eingeladen, vielleicht folgt auch noch eine Einladung von Herrn Gysi.

Ich hätte von einer Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzenden über Weihnachten, dem Fest der Familie und zu Beginn des neuen Jahres ein paar mehr Worte zur Stärkung von Familien, für Kinderwunsch, die Unterstützung werdender Mütter und gegen die massenhafte Tötung Ungeborener - eine Großstadt jedes Jahr - gewünscht. Hier sollte sie eigentlich "Fachfrau" sein. Die Beurteilung von Kriegseinsätzen, die sicher niemand möchte, ich als überzeugter Pazifist am allerwenigsten, liegt mit Sicherheit nicht in ihrer Kompetenz.


insider, 05.01.2010 13:57
Man mag Frau Käßmann mögen oder nicht, jedenfalls spricht sie öffentlich aus, was in Deutschland zwar eine Mehrheit denkt, aber sich nich ttraut, es öffentlich zu äußern. Wir haben in Afghanistan nichts zu suchen und schon lange nicht in einem Kriegseinsatz. Und denen, denen da Raketen um die Ohren fliegen sei gesagt, dass sie dort ungebetene Gäste sind. Die Russen haben dort einen auf die Nase bekommen und die Staatengemeinschaft, die sich jetzt da tummelt, um einem Regime die Macht zu sichern, dass mit Rauschgift regen Handel treibt, wird ebenso Blutzoll leisten und nichts gewinnen. Frau Käßmann wäre gut beraten, sich noch deutlicher zu äußern und vor allen Dingen die Militärseelsorge sofort einzustellen. Und zwar bis alle deutschen Soldaten wieder deutschen Boden unter den Füßen haben. Die Bundeswehr ist und hat eine Verteidigungsarmee zu bleiben, so sieht es das Grundgesetz vor, in das bloß keiner reinschaut. Also hören wir auf die Worte der EKD-Vorsitzenden, denn die ist eine, die sich traut und das ist gut so.

Susanne, 05.01.2010 08:07
@Bernd Breithaus

Haben Sie bei Ihrem Versuch, kritische Sachargumente zur Position protestantischer Frauen pauschalierend als rechtsgerichteten, reaktionären Fundamentalismus diffamieren zu wollen, auch Argumente zu bieten?

Meine Tochter war 2 x in Afghanistan. Sie schüttelt den Kopf über Frau Käßmanns Einfalt. Im Feldlager bei Kundus flogen ihr die Taliban-Raketen nahezu täglich um die Ohren. Sie musste dies aushalten, denn Schulen, die in der Gegend gebaut wurden, sind von den Taliban unversehens niedergebrannt worden, falls sie nicht ausreichend geschützt werden konnten. Mit Kerzen und Friedensgebeten war da nichts zu machen. Das wäre meiner Tochter im Käßmannschen Sinne viel lieber gewesen.

Und wenn Sie zudem auch Frau Merkel ansprechen: Wenn es nach dieser Frau gegangen wäre, wären die Deutschen an der Seite von Bushs GIs mit in den Irak-Krieg gezogen. Aber das stufen sie natürlich nicht als rechtschristlich, ewig gestrig und fundamentalistisch ein.

Sie tun leider nichts anderes als Argumente durch personalisierende Klischees zu ersetzen. Ihr moralinsaurer Aufruf zur Scham wird so zur krankhaften Groteske. Heben Sie sich diesen besser auf, wenn sich Ihre Kinder mal kräftig daneben benehmen. Hier ist er fehl am Platze.




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