In diesem Jahr werden in Santiago de Compostela besonders viele Pilger erwartet. Grund: Das Jakobus-Jahr.
Auf dem ohnehin seit Jahren von Normalbürgern und Prominenten vielbewanderten Jakobsweg nach Santiago de Compostela könnten in diesem Jahr besonders viele Pilger unterwegs sein. Denn 2010 ist ein „Heiliges Jakobus-Jahr“ – das 119. seit der Begründung der Tradition im 12. Jahrhundert. Es wird gefeiert, wenn der Todestag des Apostels Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. Das ist in diesem Jahr der Fall. Das nächste Mal übrigens erst 2021 wieder.
Im letzten Jakobus-Jahr (2004) kamen mehr als zwölf Millionen Menschen, um das Grab des Apostels Jakobus aufzusuchen und die in die „Puerta santa“ gemeißelte Inschrift zu passieren: „Es kommen alle Völker und verkünden Deine Ehre, Herr“. Für 2010 rechnet die Kirche mit einem weiteren Anstieg.
Ein „richtiger“ Pilger ist man indes nur, wenn man die letzten 100 Kilometer zu Fuß oder die letzten 200 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt hat. Dafür gibt es dann in Santiago de Compostela eine Pilgerurkunde. In den letzten Jahren waren es über 100.000, in diesem Jahr wird mit einer Verdopplung der Pilgerzahl gerechnet. Jenaro Cebrian, Leiter des Pilgerbüros in Santiago, glaubt an bis zu 240.000 Pilger. Das wäre ein „historischer Rekord“ für den spanischen Wallfahrtsort.
Den Besuchern wird spirituell und kulturell einiges geboten. Fünfmal täglich werden Pilgermessen gefeiert, bis zu zehn neue Herbergen sollen eröffnet werden. Geplant sind zudem mehr als 2.000 Veranstaltungen in der ganzen Region Galicien. Weltstars wie die Dirigenten Vasily Petrenko und Zubin Mehta, der Pianist Lang Lang sowie die Violinistin Anne-Sophie Mutter wollen Konzerte geben. Auch der weltberühmte Cirque du Soleil hat sein Kommen angekündigt. Fehlen also nur noch ein Paar gut besohlte Wanderschuhe.