Die Zeit ist reif für Querdenker mit Substanz, prinzipientreue Mahner und Kritiker. Auf die Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft treffen diese Charakterisierungen allesamt zu. Mitten in die sozialistische Brandung stellten sie mutig ihre Fundamente einer neu zu begründenden Civitas humana: die per se soziale Marktwirtschaft als Teil einer umfassenderen, menschengemäßen Sozialordnung.
Die Zeit ist reif für liberale Klassiker, die uns so viel Grundlegendes zur Wirtschafts- und Finanzkrise zu sagen haben. Das gilt für ihre Ursachen genauso wie für die Einordnung in den Gesamtzusammenhang einer aus dem Ruder laufenden Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung. Insofern ist es ein Glücksfall, dass die Verlagsanstalt Handwerk die Rechte für eine Neuauflage von Wilhem Röpkes „Jenseits von Angebot und Nachfrage“ erhalten hat, noch dazu da der Röpke-Biograph Hans Jörg Hennecke eine sehr lesenswerte Einführung beigesteuert hat.
Wilhelm Röpke hat in seinem letzten, 1958 erschienenen Buch eine über das Ökonomische hinausreichende Kritik der modernen Massengesellschaft und des Wohlfahrtsstaates verfasst. Seine leidenschaftlich-vehemente Diagnose einer geistig-moralisch kompaßlos gewordenen Industrie- und Massengesellschaft zeigt zugleich Voraussetzungen und Grenzen der Marktwirtschaft auf, in deren Mittelpunkt der Mensch steht und nicht Kollektive, organisierte Sonder- oder Staatsinteressen: „Je größer das Unheil ist, das in unserer Zeit durch die 'soziale Technik' des Sozialismus, d
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