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Maria Steuer
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Erziehung in der Familie ist konkurrenzlos
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KindergartenpflichtBildungFamilieDie ideale Betreuungsform in den ersten drei Jahren ist und bleibt die familiäre Erziehung. Die Diskussion um das Betreuungsgeld macht deutlich, dass von den Entscheidungsträgern die Bedeutung einer verlässlichen Mutter-Kind-Beziehung negiert wird. Es entsteht der Eindruck, als könne Kleinstkindern in Krippen bereits Bildung verabreicht werden. Auf abenteuerliche Art wird argumentiert, warum verhindert werden muss, dass Kinder die ersten drei Jahre in familiärer Obhut aufwachsen.
Wer Krippenbetreuung für Kinder unter drei Jahren nicht nur bedenkenlos empfiehlt, sondern auch noch idealisiert, verfehlt seine Verantwortung als Entscheidungsträger. Volksvertreter sind, ob weltlich oder christlich, verpflichtet zur Abwehr von Gefahren – und das bereits angesichts von Risiken.
Die seriösen, wissenschaftlichen Befunde zur Krippenforschung beschreiben die Risiken eindrücklich und können eine bedenkenlose Befürwortung der Krippenbetreuung nicht unterstützen. Leider sind die Schäden, die die Krippenbetreuung den Kleinstkindern zufügt, nicht so leicht erkennbar, wie z.B. die Pusteln bei Masern. Kinder »funktionieren« kognitiv und im Verhalten meist weiter. Dass dieses »Funktionieren« auf einem »falschen Selbst« beziehungsweise einer »Pseudounabhängigkeit basieren kann, wird nicht erkannt oder bewusst übersehen.
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Messungen der Stresshormone belegen, dass scheinbar unauffällige Kinder unter enormer Anspannung stehen.
Die vorgebrachten Argumente können einer Prüfung nicht standhalten:
1. Argument: Was zählt, ist die Qualität der verbrachten gemeinsamen Zeit von Mutter und Kleinstkind. (Qualitätsstunden)
Wahrheit: Mehr Zeit der Kleinstkinder in Außenbetreuung ist verbunden mit geringerem Einfühlungsvermögen der entsprechenden Mütter. Die Interaktionsqualität zwischen Mutter und Kind verschlechterte sich in bis zum Alter von drei Jahren. Zeigten die Mütter von vornherein nur ein geringeres Einfühlungsvermögen, so stieg durch den Krippenaufenthalt das Risiko einer unsicheren Bindung. (NICHD) (ohne Quantität keine Qualität)
2. Argument: Vor allem sozial benachteiligte Kinder profitieren von Kinderkrippen.
Wahrheit: Die Untersuchungen von G. Fein (1996), als auch von Ziegenhain und Wolff (2000), kommen zu dem Ergebnis, dass viele jener Kinder, die Unterstützung am nötigsten gebraucht hätten, da sie eher als schwierig galten und bisher keine sichere Bindungen aufbauen konnten, offensichtlich keine Integration in die Krippe erlangten. Man muss sogar die Frage stellen, ob ein institutioneller Aufenthalt in jüngster Kindheit, sofern er einen erheblichen täglichen Stundenumfang betrifft, diesen Kindern nicht selten eher schadet als nützt.
Was die frühzeitige außerfamiliäre Bildungsvermittlung betrifft, gilt natürlich für Migrantenkinder dasselbe wie für solche deutscher Herkunft: Bildung kann später spielend nachgeholt werden, ein zuwenig an Zuwendung und Förderung der emotionalen Entwicklung ist kaum reparabel.
Zusammenfassend ist zu fordern, dass, angesichts der Risikobetreuung in Krippen, ab sofort die Familien zu unterstützen und zu fördern sind. Wer sich für Kinder entscheidet, trägt Verantwortung, die nicht an staatliche Institutionen abgegeben werden kann. Wer glaubt, dass frühkindliche Fremdbetreuung Kindern nützen könne, verschläft die aktuellen Forschungsergebnisse der Hirnforschung.
Sorgen wir dafür, dass Eltern wieder in die Lage versetzt werden, die Bedürfnisse ihrer Kinder zu erfüllen, ihnen genügend Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen und ihnen anregungsreiche Bedingungen des Aufwachsens zu bieten. Nach jahrelanger falscher Entwicklungshilfe, sollte es allgemein bekannt sein, dass Hilfe zur Selbsthilfe allein zukunftsweisend ist.
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Kommentare (16)
Franz M., 22.12.2009 22:30
@Dr. Raabe, Ferdinand
Gegen welche Entwicklungstörungen, respektive Krankheiten kann mit der konkurrenzlosen und ausschließlichen Erziehung in der Familie noch so aufgeräumt werden?
Den Artikel der Frau Maria finde ich alles andere als exellent. Er ist obeflächlich und in keiner Weise tiefgreifend, wie es bei einem derart komplexen Thema notwendig wäre. Weshalb
er gut recherchiert sein soll, entzieht sich mir vollkommen.
Dies ist bei einer gewissen Zahl der Beiträge auf Freie Welt leider eher die Regel, nicht die Ausnahme.
Mit Verlaub, da sind Ihre Kommentare aufschlussreicher.
Dr. Raabe, Ferdinand, 22.12.2009 15:59
Ob ADHS als Krankheit, „Modeerkrankung“, „abweichendes Verhaltensmuster“ oder Entwicklungsstörung bezeichnet wird, bleibt letztlich Definitionssache. Entwicklungsstörung trifft es recht gut und ist auch der allgemeine medizinische Sprachgebrauch, die Ursachen sind sehr komplex. So lässt sich ADHS, wie bei freiwilligen Teilnehmern einer doppelt blinden, Placebokontrollierten Studie belegt wurde, selbst durch bestimmte in der modernen Industrienahrung vorkommende Nahrungsmittelzusatzstoffe wie z.B. Azofarbstoffe induzieren oder verstärken. Aber das ist bei vielen als Krankheit bezeichneten Störungen oder abweichenden Verhaltensmustern nicht anders, denken wir an Diabetes Typ 2, den sog. Altersdiabetes, den autoimmunen Diabetes oder eine Zwischenform, LADA oder an die viele alte Menschen betreffende Arthrose. Sie alle könnten durch geeignete Verhaltensweisen vermieden oder zumindest stark eingeschränkt werden und trotzdem betrifft es in der modernen Gesellschaft zunehmend mehr Menschen. Auch hier ließe sich von häufig vermeidbaren Modeerkrankungen sprechen. Die Krankheiten der Vergangenheit, hauptsächlich Infektionskrankheiten, nehmen hingegen ab. Es gibt Ausnahmen, z.B. AIDS. Ist nun ein HIV Infizierter krank? Ist HIV eine Krankheit oder spricht man dann von Krankheit, wenn erste Symptome auftreten oder wenn die Zahl der T-Helferzellen eine bestimmte Grenze unterschreitet? Hat es AIDS auch bei uns schon immer gegeben und wurde es nur nicht gesehen, weil es sich epidemiologisch betrachtet erst dann ausbreitet, wenn die Zahl der Sexualpartner im Leben die Zahl 5 überschreitet? Oder ist es aus anderen Ländern nach Europa importiert worden? Oder wie ist es mit Herpesviren? Die Bevölkerung ist zu etwa 70 bis 80% damit durchseucht, aber nur bei einer Schwächung des Immunsystems machen sich diese Viren bemerkbar. Diese Schwächung kann unterschiedlichste Ursachen haben, vor allem auch psychische. Die Neuroimmunologie beschäftigt sich u.a. mit derartigen Phänomenen, aber selbst Ärzte oder angehende Ärzte haben über diese komplexen Vorgänge kein umfassendes Wissen, wie ich es in Prüfungen immer wieder erlebt habe.
Wir sollten es deshalb im Falle ADHS bei der Bezeichnung Entwicklungsstörung belassen und dabei bedenken, dass ADHS nicht gleich ADHS ist und es multikausale Ursachen der Induktion und Verstärkung gibt. Vieles davon ist reversibel und ohne Medikamente zu beheben, einiges ist genetisch angelegt. Ähnlich wie beim Autismus, sind nicht einige wenige Kandidatengene, sondern eine große Vielzahl unterschiedlichster Gene verantwortlich, die durch bestimmte Umweltbedingungen zur Auslösung der Störung normaler Funktionen führt. Selbst Menschen mit dem autistischen Syndrom sind aber in Ausnahmefällen zu beinahe unvorstellbaren Leistungen in der Lage wie es Jahrhundertgenies wie Einstein oder Mozart gezeigt haben. Leider gehören aber auch die vielen Durchschnittsmenschen zum Gesamtspektrum hinzu, die ein Leben in der Gesellschaft erst ermöglichen. Und für diese, aber auch für viele Menschen mit Entwicklungsstörungen, ist Erziehung in der Familie konkurrenzlos, wie uns das Frau Dr. Steuer in ihrem Beitrag exzellent dargestellt hat.
Franz M., 21.12.2009 21:31
Es gibt Wissenschaftler und Ärzte, die die sogenannte Entwicklungsstörung ADHS als "Modeerkrankung" bezeichnen.
Entstanden aus der Unfähigkeit von Pädagogen und Eltern, die regelmäßig auftretende Erziehungsprobleme zu begreifen und Lösungsansätze zu finden, nicht in der Lage sind.
Abweichende Verhaltensmuster als Krankheit zu deklarieren ist halt am einfachsten.
Noah, 21.12.2009 19:51
Es sollte natürlich Hochschulabschlüsse heißen, Verzeihung!
Noah, 21.12.2009 09:46
@Dr. Raabe, Ferdinand
Werter Herr Dr.,
Mein vollständiger Name würde Sie sicherlich keinen Schritt weiterbringen. Es gibt Menschen, die darauf bedacht sind nicht an allen Ecken Spuren im Netz zu hinterlassen. Auch das ist Daten- und Persönlichkeitsschutz. Hier das Wort Hinterhalt zu benutzen ist wohl eine Art beleidigte Frustration Ihrerseits. Ihr Problem.
Die von Ihnen benannte Familiennetzwerk-Wissensdatenbank mag einige interessante Informationen, Fakten und Studien auch zum Thema Kita beinhalten. Ich hatte in einem früheren Kommentar jedoch bereits angemahnt, nicht in Verallgemeinerungen zu verfallen, gerade bei diesem Thema und in diesem Blog.
Dies geschieht aber bei der Diskussion zum Nachteil qualitativ guter Einrichtungen mit bestens ausgebildetem Personal. Und hiermit meine ich nicht Fachschulabschlüsse, sondern durchaus auch Hochabschlüsse im pädagogischen Bereich, die Sie bei Betreuern finden werden.
Gut, einen Doktortitel wird kaum eine Angestellte einer Kita vorweisen können. Der sagt aber auch rein garnichts über Kompetenz aus. Das können Sie jetzt wieder auf sich beziehen, müssen Sie aber nicht.
Ich habe in Bezug auf die Betreuungsproblematik einige Studien gelesen, und auch Bücher. Als Vater interessiert mich dieses Thema durchaus.
Lesen Sie die eine oder andere Studie mal etwas kritischer, und so werden Sie bei der Bewertung einiger Aussagen durchaus das Wort "herumorakeln" nutzen können. Ich unterstelle, dass viele Studien eine wirklich repräsentativen Charakter vermissen lassen und man wie bei anderen Themenfeldern immer hinterfragen sollte, wer diese in Auftrag gegeben und finanziert hat.
Zu "herumorakeln" passt im übrigen treffend der Vanilleeis/Gummibärchenvergleich in einem von mir angegriffenen Kommentar. Sie können nicht ernsthaft von mir verlangen, dass ich mich mit diesen Vergleichen auseinandersetzen soll.
Dr. Raabe, Ferdinand, 20.12.2009 21:14
@Noah
Wenn Sie schon so scharf gegen andere Blogger schießen, leider aus dem Hinterhalt ohne Klarnamen, sollten Sie doch bitte präzise bleiben. Ein Motto ist etwas ganz anderes als ein Zitat (siehe Fremdwörterbuch), ich habe ein Motto genannt, Sie aber niemals zitiert. Sollten Sie sich im Motto "mir hat die Krippe auch nicht geschadet" nicht wiederfinden, weil Sie Ihre Kinder vielleicht erst mit 3 Jahren in die Kita brachten, haben Sie ihnen sicher das Schlimmste erspart. An der Richtigkeit meiner durch umfangreiche wissenschaftliche Literatur und Studien belegbaren Aussagen sowie an den von Frau Dr. Steuer geschriebenen Argumenten ändert das aber nichts. Im "Familiennetzwerk-Wissensdatenbank" ist einiges nachzulesen. Vielleicht verstehen Sie dann die Argumente oder auch die Vergleiche anderer Blogger auf dieser Seite besser und unterstellen diesen keine fragwürdigen Zahlen und ein nicht richtiges Lesen von Kommentaren und Beiträgen.
Noah, 19.12.2009 22:24
@Dr. Raabe, Ferdinand
Ich schrieb nirgendwo: "mir hat die Krippe auch nicht geschadet"!
Lesen Sie Beiträge wie Kommentare richtig, bevor Sie Gespenster an imaginäre Wände zeichnen und andere Meinungen mit fragwürdigen Zahlen untermauert angreifen.
Dr. Raabe, Ferdinand, 19.12.2009 17:43
Die Argumente von Frau Dr. Steuer sind bestens recherchiert und berücksichtigen die aktuellen neurowissenschaftlichen Ergebnisse. Sie sollten nicht ständig nach dem Motto "mir hat die Krippe auch nicht geschadet" wie in den Beiträgen von "Noah" relativiert werden. Krippenerziehung ist in jedem Fall Risikoerziehung, je besser die Krippe und je seelisch unempfindlicher das Kind, umso kleiner ist das Risiko. Krippenerziehung ist zudem unglaublich teuer und "fördert" maximal ein Drittel der Kinder, für diese sollen 2013 Plätze zur Verfügung stehen. Was wäre aber, würden alle einen dieser tollen Krippenplätze beanspruchen? Das müsste doch eigentlich das Ziel sein, so wie es manche Katastrophenpolitiker ja schon heute fordern. Da ich kaum glaube, dass die dafür rund 100 Milliarden jährliche Kosten - etwa so teuer würde das Projekt sein, wollte man einen Betreuungsschlüssel von 1:3 und Betreuerinnen mit mindestens Fachschul- besser aber Hochschulbildung haben wollen - zur Verfügung stehen, würde eine rapide Verschlechterung der Betreuungsqualität die Folge sein. Eine Betreuerin müsste dann weit mehr als 20 Krippenkinder betreuen. Entwicklungsstörungen, bis hin zu tief greifenden Entwicklungsstörungen wie das autistische Syndrom würden extrem zunehmen. Ich erinnere daran, dass allein Autismus als relativ seltene Krankheit (etwa 0,6% der Bevölkerung, legt man internationale Studien zugrunde) heute bereits die Gesellschaft mit jährlichen zweistelligen Milliardensummen belastet. Rechnet man die weniger schweren Entwicklungsstörungen wie beispielsweise ADHS u.a. hinzu, dürften die dreistelligen Milliardensummen, die das o.g. Krippenprojekt bei guter Qualität kosten würde, bei solchen Mangelvarianten ebenfalls auf die Gesellschaft zukommen. Das alles nur, weil durch die erhoffte Rekrutierung der zusätzlichen weiblichen Arbeitskräfte Druck auf das Lohngefüge ausgeübt werden kann und einige doch wirklich glauben, so mehr Gleichberechtigung erlangen zu können. Sie merken nur nicht, dass sie zu nützlichen Idioten einer kurzsichtigen Industriepolitik degradiert wurden, die die Risiken vergesellschaftet und den Gewinn privatisiert.
Noah, 16.12.2009 23:39
@Moritz
Es muss heißen: "...das Angebot an Arbeitskraft zu steigern", nicht steigen.
Moritz, 16.12.2009 20:38
Im Kapitalismus geht es darum, das Angebot an Arbeitskraft zu steigen, um sie zu verbilligen
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