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11.02.2012
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     Kurt J. Heinz
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Moderate Effekte des Betreuungsgeldes
Weitere Themen: Familie

Studienergebnisse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zum Betreuungsgeld

Aus der am Mittwoch herausgegebenen ZEW-Studie über die Einführung eines Betreuungsgeldes geht hervor, dass es in erster Linie teilzeitarbeitenden Müttern und Müttern in Familien mit Migrationshintergrund erleichtert werden würde, ihre Kinder in der Familie zu betreuen Die generellen Effekte auf die Erwerbstätigkeit und Kinderbetreuungseinrichtungen sind dagegen vergleichsweise gering.

Die Wirkungen eines Betreuungsgeldes auf den Arbeitsmarkt und die außerfamiliäre Betreuung werden von der Studie nicht als groß beurteilt. Weder würde es zu einem nennenswerten Rückzug von Müttern aus der Erwerbstätigkeit noch zu einem bedeutenden Verzicht auf die Inanspruchnahme außerfamiliärer Kinderbetreuung kommen. Derartige politischen Bedenken bestätigt die Studie keineswegs. Sie zieht bei ihren Analysen auch Erfahrungen in Norwegen und Finnland heran. Dort ist zum Beispiel die außerfamiliäre Betreuung nach Einführung des Betreuungsgeldes lediglich leicht gesunken (zwischen vier und acht Prozentpunkten).

Auch auf die Erwerbstätigkeit von Müttern in Deutchland würde das Betreuungsgeld keinen starken Einfluß haben. Die Studie sagt dazu, dass die Erwerbsneigung von Müttern mit einem ein- bis dreijährigen Kind in Deutschland ohnehin vergleichsweise niedrig sei. Vollzeitbeschäftigte Mütter würden kaum von der Maßnahme berührt sein. Ihre Einkommenseinbußen bei Rückzug vom Arbeitsmarkt wären deutlich höher als das erhaltene Betreuungsgeld, sodass die Inanspruchnahme der Geldleistung unattraktiv sei, stellt die Studie fest. Deswegen würde das Betreuungsgeld vor allem von teilzeitarbeitenden Müttern genutzt werden, um ihre Kleinkinder selbst betreuen zu können. Die Studie schätzt: beinahe jede zweite. Diese Gruppe stelle allerdings kaum sieben Prozent der Mütter mit ein- bis dreijährigen Kindern.

Auch bei Familien mit Migrationshintergrund sieht die Studie keine gravierenden Änderungen. In diesen Familien seien Frauen mit Kleinkindern kaum erwerbstätig. Sie betreuen ihre Kleinkinder innerhalb der Familie. Weder der Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung noch die Einführung eines Betreuungsgeldes werde an diesen Verhältnissen etwas ändern.

Deswegen kann weder bei Familien mit noch ohne Migrationshintergrund einem Betreuungsgeld großer Einfluß auf die Inanspruchnahme außerfamiliiärer Kinderbetreuung beigemessen werden. Es wird hauptsächlich dazu beitragen, einem Teil von teilzeiterwerbstätigen Müttern die Betreuung ihrer Kleinkinder selbst zu übernehmen und Müttern in Migrantenfamilien die Betreuung ihrer Kinder in der Familie finanziell leichter zu verkraften.

Den Untersuchungen der ZEW-Studie zufolge werden die Auswirkungen der Einführung eines Betreuungsgeld insgesamt moderat sein. Die hochgerechneten direkten fiskalischen Kosten werden ebenfalls moderat sein und etwa 1,4 Mrd. Euro pro Jahr betragen. Sie können vor allem aber ein wichtiges politisches Signal für die Wertschätzung der Erziehungsarbeit in den Familien in der Gesellschaft setzen und zeigen, dass es der Regierung ernst ist mit dem Ziel, eine kinder- und familienfreundliche Gesellschaft zu schaffen. Vor allem Familienpolitiker aus den Reihen der CSU halten dies für ein wichtiges Signal und unterstützen die Einführung eines Betreuungsgeldes ab 2013 nachdrücklich.

Auftraggeber für die Studie war das Bundesministerium der Finanzen.

www.medrum.de



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Kommentare (1)




 
  Kommentare (1)

Kopfkratzer, 17.12.2009 14:56
"Müttern in Migrantenfamilien die Betreuung ihrer Kinder in der Familie finanziell leichter zu verkraften."

Ist ja großartig!!!
Endlich einmal mehr Steuern für Migranten. Die kommen ja auch sonst immer viel zu kurz!



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