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     Robert Hesse
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Rote oder braune Truppen
Weitere Themen: Allgemein

Man kann den einen oder anderen Politiker für unmöglich, inakzeptabel, inkompetent, einen Idioten oder sonstwas halten. Man kann seine politischen Ziele in Frage stellen

oder ablehnen mit jeder Faser des Körpers. Was man nicht machen darf, ist Gewalt anzuwenden, wie in Leipzig soeben wieder geschehen, wenn auch nur gegen das Haus, in dem er sein Büro hat.
Die so genannten Antifaschisten aus der linken Szene sind kein Deut besser als die Nazis, die in den 20er Jahren oder auch heute in Deutschland gewalttätig marodieren gehen. Sie machen sich deren freiheitsfeindliche, menschenverachtende und (IMHO) faschistoide Gangart zu eigen und stellen sich mit ihnen auf eine Stufe.
Nur dass wir uns richtig verstehen: Ich kann auf einen NPD-Abgeordneten und dessen Büro nebst Entourage gut verzichten, nicht nur in Leipzig, aber ich trete ihm ohne Gewalt, aber mit Ideen und Argumenten gegenüber. Wer dennoch zur Gewalt als Mittel der politischen Meinungsäußerung greift wie diese roten Truppen, der zeigt, dass seine eigenen Ideen zur demokratischen und rechtsstaatlichen Überwindung von Extremismus nicht besonders gut sein können - wenn überhaupt welche da sind. Aber wo keine Ideen zur demokratischen Überwindung sind, da fehlt das Bekenntnis zur Demokratie und zum Rechtsstaat.
Und ich bleibe dabei: NPD und Linkspartei stehen sich so unglaublich nahe, sowohl inhaltlich als auch in ihrem individuellem Umfeld. Mein alter Geschichtslehrer sagte immer: “Die stehen soweit links, dass sie schon wieder rechts stehen. Wie im Quintenzirkel.”
Die Tatsache, dass beide Gruppen diese Ähnlichkeiten abstreiten, zeigt zweierlei: Zum einen halte ich es für Verschleierung, denn zumindest den geistigen “Führern” beider Lager sollten die Ähnlichkeiten auffallen. Zweitens zeigt es erneut die ökonomische Unvernunft, denn wäre die vorhanden, würden ideologische Aspekte in den Hintergrund treten und Linke wie Rechte schritten Seit an Seit auf dem Weg zur “Überwindung des Systems”.
Aber Gott sei Dank sind beide Gruppen nicht besonders an unideologischer Debatte interessiert. Man braucht keine Argumente, wenn man eine Ideologie hat.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 5. Dezember 2008 auf "roberthesse.de"



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Kommentare (4)




 
  Kommentare (4)

Noah, 01.12.2009 23:05
Ein überaus treffender Artikel, bravo!
Schaut man sich die Entwicklung in Berlin an, erkennt man klar wie Recht der Autor doch hat.
Während sich dort rechte Gewalt gegen vermeintlich anders Gesinnte, Ausländer etc. richtet, hat der linke Mob bereits seit langem bestimmte Automarken und Firmen im Visier, die Polizei ja sowieso und auch Andersdenkende müssen auf der Hut sein. Links und Rechts gegeneinander gehen gleichauf wenig zimperlich miteinander um.
Zwar hat die Berliner Politik inzwischen im zuletzt veröffentlichten Verfassungsschutzbericht von einer deutlichen Zunahme linsextremistisch motivierter Gewalttaten gesprochen, aber man rudert natürlich sogleich zurück und beschwichtigt, dass ja ein Teil der beispielsweise abgefackelten Fahrzeuge nur von Trittbrettfahrern angegriffen worden seien. Wen wundert diese Relativierung, regiert doch die Linke in Berlin mit.
Ich mußte vor kurzem wirklich herzlich lachen, als der Sohn eines Abgeordneten der besagten Partei nach der Brandstiftung an 2 hochwertigen Fahrzeugen festgenommen worden ist. Da hat wohl der Papa zu Hause ein paar mal zu oft über die bösen Kapitalistenschweine gewettert.


harrytisch2009, 01.12.2009 21:42
ich denke, illustrativ passt das hier zum thema:

http://bluthilde.wordpress.com/2009/11/30/gemeinsam-fur-auslanderfeindlichkeit-und-rassismus/

:)


Frank Martin, 30.11.2009 14:15
Heiß ist nicht kalt, hell ist nicht dunkel, rechts ist nicht links.

Die NPD ist eine linke Partei, genau deswegen stehen sie den Forderungen der mehrfach umbenannten SED so nahe. Siehe auch "Der linke Etikettenschwindel - Kein Gegensatz, sondern Konkurrenzkampf" von Erik Ritter von Kuehnelt-Leddihn.

Dort schrieb der Autor zutreffend:

„Rechts“ steht für Persönlichkeit, Vertikalität, Transzendenz, Freiheit, Subsidiarität, Föderalismus und Vielfalt,
„Links“ für Kollektivismus, Horizontalismus, Materialismus, Gleichheit-Nämlichkeit, Zentralismus und Einfalt (in beiden Sinnen des Wortes).

Beide Parteien machen sich die Demokratie zunutze, denn hier werden die Stimmen nicht gewogen, sondern bloß gezählt, was egalitären Bewegungen sehr entgegenkommt.


JS, 30.11.2009 12:52
Passend dazu folgendes Broder-Zitat: "Das ist nicht AntiFa, das ist Fa." Der Artikel trifft es auf den Punkt. Es gab nicht umsonst während der Weimarer Republik Querfronten bestehend aus Schlägertrupps beider extremistischen Lager.


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