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     Kurt J. Heinz
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Kitapflicht ab erstem Lebensjahr
Weitere Themen: Kindergartenpflicht, Bildung

SPD-Politiker Buschkovsky verstärkt Kritik an Migrantenfamilien und fordert Erziehung durch Gesellschaft.

Das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Volksverhetzung gegen den Berliner SPD-Politiker Heinz Buschkowsky wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Der Politiker hat seine Kritik unterdessen bekräftigt und fordert die Einführung einer Kita-Pflicht.

Wie die Berliner Morgenpost am Dienstag berichtete, sieht die Staatsanwaltschaft keine Veranlassung, gegen den Berliner Bezirksbürgermeister weiter wegen Volksverhetzung zu ermitteln. Mit seinen Äußerungen habe Buschkowsky „keine feindselige Stimmung gegen die Unterschicht" gemacht. Der Berliner Morgenpost zufolge sind nach Auffassung der  Staatsanwaltschaft weder Schmähkritik, noch Angriffe oder eine Verletzung der Menschenwürde zu erkennen. Auch sei die "Unterschicht" von dem SPD-Politiker weder diffamiert, noch herabgesetzt worden; ihr „Menschsein" werde nicht in Frage gestellt.

Der Politiker fühlt sich durch die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft offenbar ermutigt, seine Kritik an Familien zu verstärken und fordert jetzt einen Kita-Zwang. Buschkovsy sagte nach Darstellung der Morgenpost, in Migrantenfamilien würden „überkommene Rollenklischees zementiert, wie es vom Opa überliefert sei". Danach müssten "Mädchen rein, keusch und gehorsam sein, die Jungen stark, tapfer und Beschützer". Der SPD-Politiker weiter: „Kinder aus diesen Milieus müssen durch die Gesellschaft so früh wie möglich gefördert werden, damit sie eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben haben und nicht zur Kopie ihrer Eltern werden." Buschkowsky fordert deshalb eine Kita-Pflicht ab dem ersten Lebensjahr in sozialen Brennpunkten sowie flächendeckende Ganztagsschulen.

Die Vorstellung Buschkowskys, dass Kinder gefördert werden und gute Lebenschancen erhalten sollen, wird sicherlich auch von den Eltern geteilt. Aber die Äußerungen von Heinz Buschkowsky offenbaren zugleich in erschreckender Weise, wie er - unabhängig vom Kindeswohl und jenseits grundgesetzlicher Normen - über Familien, Elternrechte und Kindererziehung denkt: Nicht die Eltern und Familien, sondern die Politiker bestimmen darüber, welche Werte und Moralvorstellungen Kindern zu vermitteln sind. Politiker entscheiden, was angeblich überkommen ist. So sind Reinheit und Keuschheit für Mädchen nach Buschkowkys Auffassung überkommen. Eltern, die ihre Kinder nach solchen Vorstellungen erziehen wollen, haben seinen Äußerungen zufolge ihr Recht auf Erziehung verwirkt: Ab in die Kita mit ihnen. Das ist die Logik, der Buschkowsky folgt. Auch dies ist Teil der Wahrheit, die hinter Buschkowkys politischem Anspruch steht.

Für seine Forderungen bemüht Buschkowsky jedoch zu Unrecht die Gesellschaft, die tätig werde müsse, um zu verhindern, dass Kinder eine Kopie ihrer Eltern werden. Der soziologische, hier aber untaugliche Begriff Gesellschaft verschleiert die realen Zusammenhänge. Was heißt es konkret, die Gesellschaft müsse hier tätig werden? Wer ist die Gesellschaft? Wer wird tätig? Ist die Kita-Erzieherin die Gesellschaft? Nach welchen Werten und Moralvorstellungen erzieht sie? Welche Kopien sollen die Erzieher nach Auffassung Buschkowskys in den Kitas herstellen? Oder sind die Politiker wie Buschkowsky die Gesellschaft, weil sie entscheiden, ob Mädchen noch nach den Vorstellungen von Reinheit und Keuschheit erzogen werden dürfen oder ob sie sich nach den Rollenklischees von Politikern und Moralvorstellungen zu richten haben, die von Buschkowsky als zeitgemäß und nicht als überkommen angesehen werden? In Wirklichkeit bedeuten Buschkowskys schwammige Äußerungen nichts anderes, als dass Politiker wie Buschkowsky den Anspruch erheben, Kinder anderer Eltern zur Kopie ihrer eigenen Vorstellungen werden zu lassen. In diesem Anspruch liegt eine Anmaßung, die das Grundrecht von Eltern auf Erziehung ihrer Kinder mit Füßen tritt. Ist die darin verkörperte Geisteshaltung eines Politikers nicht auch Teil prekärer Verhältnisse, prekär in Berlin-Neukölln und in Deutschland?

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Kommentare (12)




 
  Kommentare (12)

Freigeist, 28.11.2009 02:05
Hallo,
das ist die pure Angeberei, 7 Kinder selbst unterrichten zu können. Wie sollte dies zeitlich geschehen können.
Grüße
Freigeist


Familientrends.de, 26.11.2009 10:49
Wenn Familien sich immer weiter bevormunden und entmündigen lassen (es ist ja auch bequem), werden sie am Ende ihre Freiheit verlieren.

Und dann werden wir uns alle in einem Überwachungsstaat widerfinden, oder leben wir da etwa schon?
- von der Leyens Blockwarte aus den Jugendämtern kontrollieren, was in den Familien so läuft;
- Schäubles Blockwarte aus den Finanzämtern prüfen online unsere Kontobewegungen; und
- die Blockwarte des Bürgermeisters kontrollieren, was in unserer Mülltonne steckt.

Ok, noch ist der Überwachungsapparat nicht wirklich effektiv, weil überlastet. Aber dies ist nur eine technische Frage: mit genügend technischer Ausstattung und Manpower (die arbeitslosen Stasimitarbeiter brauchen doch auch eine Aufgabe!) lässt sich dieses Problem schon lösen.

Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, aber nicht mehr!


Frank Martin, 26.11.2009 08:51
Herr Dudek, vom Staat wegen seiner Homeschooling-Aktivitäten verfolgter Vater von sieben Kindern in Herleshausen sagte in der am Dienstag ausgestrahlten ZDF-Sendung 37° sinngemäß: Uns sind unsere Kinder von Gott anvertraut, wir haben kein Eigentum an ihnen. Wir sehen es als unsere Pflicht an, ihnen die bestmögliche Bildung und Erziehung angedeihen zu lassen und das geht am besten mt den Menschen, die sie lieben und achten: mit ihren Eltern.

Der schließliche Schulerfolg ihres Ältesten im einzigen und letzten Realschuljahr gab ihnen recht. In all ihren Äußerungen machten die Kinder einen wohltuend klaren und selbst-bewußten Eindruck.

Wer glaubt, alle Kinder ihren Eltern entreißen zu müssen, der kann nicht von sich behaupüten, ihnen die bestmögliche Entwicklung gewähren zu wollen, ja, er nimmt ihren in vielen Fällen ihre besten Chancen. Solche Entwicklungen darf es nicht wieder geben.


Pater, 26.11.2009 00:01
In den Äusserungen Buschkowskys geht es nicht in erster Linie um "Kinderrechte", sondern darum, Kinder und ihre Erziehung zu verstaatlichen. Das ist die teils unanusgesprochene teils explizite Ambition totalitärer Regime. Warum versteht sich von selbst.
Auch um die Rückkehr eines solchen Regimes zu verhindern bzw. wenigstens zu erschweren, haben die Väter des Grundgesetzes die Erziehung der Knder in die Hände der Eltern gelegt. Wir tun gut daran, dabei zu bleiben und die daraus resultierende Pluralität von Meinungen, ja und auch von Rollenbildern (!) nicht nur zu akzeptieren, sondern wertzuschätzen.


Freigeist, 25.11.2009 23:48
Hallo,
jawohl, gut so, wenn das Kind nicht zur Kita kommt, dann kommt das Kindergeld nicht auf das Konto.
Gilt für Problemfamilien, die untaugliche Eltern haben, die für ihre Kinder gefährlich werden.
Grüße
Freigeist


Z. Klimowa, 25.11.2009 21:19
@Meinert,
also stimmen Sie dafür, dass Herr Buschkowsky bestimmt, was den Kindern vermittelt wird. Prächtige Philosophie! Eltern entscheiden sich bestimmt nicht für Kinder, damit sie zu Kopien von Herrn Buschkowsky werden. Der wäre der Letzte, der hinnehmen würde, wenn andere seinen Kindern sagen wollten, nach welche Vorstellungen sie sich orientieren sollen.
Er sollte sich auch schämen, derart abfällig über die Großelterngeneration von Migranten zu sprechen. Da hat ein Großelternpaar vermutlich mehr Moral, als alle Buschkowskys únd Wowereits in Berlin zusammengenommen. Was haben die Deutschen bloß für Politiker? Oder sollte ich fragen, was haben derartige Politiker wohl für Deutsche?


Freigeist, 25.11.2009 21:01
Hallo,
wie schützt man Kinder, die missratene Eltern haben?
Bezüglich "Reinheit und Keuschheit" werden diese Kinder, meist Mädchen, häufig terrorisiert.
Können die Dogmatiker, die hier lesen und schreiben, nicht endlich verstehen, dass es eine Feinsteuerung braucht, bezüglich der Migrantenprobleme.
Dass Probleme bestehen, ist wohl unumstritten.
Grüße
Ferigeist


Meinert, 25.11.2009 20:56
@ Amelie E. Schneidereith
Was sie da in ihrem Kommentar geschrieben haben ist wirklich traurig. Es geht also niemanden etwas an, wenn Eltern ihren Kindern Elementare Rechte vorbehalten? Sind Kinder Eigentum der Eltern? Das ist nicht nur ein erschreckend dummer Kommentar, sondern auch ein sehr herzloser! Es gibt viele Kinder auch in Deutschland, die Schutz vor den eigenen Eltern benötigen, weil diese sie vernachlässigen, schlagen, einsperren, ihnen ihr angeborenes Recht auf Freiheit und Bildung verweigern.

@ Elmar Oberdörffer
Natürlich ist im Idealfall alles ganz wunderbar, die Mütter lieben ihre Kinder und sind ständig für sie da. Das ist aber in der Realität leider nicht so. Kinder haben es heutzutage schwer Freunde zu finden, weil Eltern die beste Schule wollen und die ist dann eben weiter weg. Am Nachmittag sind sie dann entweder alleine Zuhause, werden oder im Hort. Dabei ist der Hort heutzutage in Großstädten noch einer der wenigen Orte, an denen sie mit ihren Freunden spielen können.


Menschenskind, 25.11.2009 20:32
Das Dramatische an dieser Diskussion ist uebrigens die Tatsache, dass wir sie ueberhaupt fuehren.

Richtig, Frau Schneidereith! Dies ist übrigens das Einfallstor für politische Zumutungen aller Art - der Ball wird angenommen. Es ist der größte Fehler, mit dem Begriffsapparat der Gegner zu hantieren und die Zumutungen ernsthaft zu diskutieren! Nicht der Feind ist die Gefahr, sondern die Schwäche des Körpers, in den er eindringen möchte.


Amelie E. Schneidereith, 25.11.2009 20:10
@ Meinert und Oberdörffer:

natuerlich geht es um die Rechte der Eltern! Aber das hier passt manchen Menschen nicht: Die Rechte der Kinder nehmen die Eltern war. Und wenn die ihre Kinder zu Reinheit und Keuschheit, zu Beschützermoral oder Weicheiern erziehen wollen, dann geht das grundsaetzlich niemanden etwas an. Weder den Nachbarn, noch die Stadt, noch das Land und schon gar nicht den ganzen Staat. Und auch nicht Herrn Buschkowsky.
Das Dramatische an dieser Diskussion ist uebrigens die Tatsache, dass wir sie ueberhaupt fuehren.




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