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Dr. Michael von Prollius
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Was Sie über Inflation wissen sollten
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FinanzkriseReformenWirtschaftspolitikInflation ist ein Anstieg der Geldmenge in einer Volkswirtschaft. Inflation ist nicht der dauerhafte Anstieg von Preisen auf breiter Front, wie uns heute vielfach weiß gemacht wird. Ein allgemeiner Anstieg der Konsumentenpreise ist lediglich ein Symptom - infolge einer Ausweitung der Geldmenge. Die Ursache für Inflation ist – allein – die Ausweitung der Geld- und Kreditmenge. Mit den Worten von Milton Friedman (Wirtschaftsnobelpreisträger 1976): Inflation ist immer und überall ein monetäres Phänomen.
Die Ausdehnung und Verringerung der Geldmenge obliegt ausschließlich den Zentralbanken, die über das Monopol der Geldproduktion verfügen. Die Geschäftsbanken fungieren im staatlichen Geldsystem (weltweit) als ihr Transmissionsriemen. Allein die US-Zentralbank Fed hat zwischen Septemer 2008 und September 2009 die präzedenzlose Menge von 2 Billionen US-Dollar in das Finanzsystem gepumpt
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Wo bleibt die Inflation? fragt Veronique de Rugy im Magazin Reason. Derzeit macht eher das vermeintliche Gespenst Deflation die Runde.
Standarderklärungen von Mainstream-Ökonomen besagen, dass die Banken auf dem Geld sitzen. Sie würden es erst im Fall einer Erholung der (Welt)Wirtschaft verleihen. Außerdem zahlt die Fed erstmals in ihrer Geschichte Zinsen für Einlagen der Geschäftsbanken bei der Fed. Schließlich sei es für die Fed kein Problem, das in die Märkte gepumpte Geld wieder abzusaugen.
Das wäre ein wichtige neue Fähigkeit, urteilt de Rugy, allerdings eine gefährliche, wenn diese unbewiesene Annahme falsch wäre. Tatsächlich ist der unbereinigte Konsumentenpreisindex auf 2009 hochgerechnet bereits über 4% gestiegen. Außerdem ist der Goldpreis auf ein neues Rekordhoch von 1.145 US-Dollar pro Feinunze gestiegen. Darüber hinaus weisen Marktbeobachter auf eine Blase in zehnjährigen Staatsanleihen hin. Wir werden bereits in überschaubarer Zeit erfahren wer Recht hat.
Milton Friedman kam in seinem unerreichten Standardwerk „A Monetary History of the United States, 1867-1960“ zu dem Ergebnis, dass die Geldpolitik mit zweijähriger Verzögerung Wirkung zeigt. Vor diesem Hintergrund lässt sich sein zuvor genanntes Diktum präzisieren: Inflation ist immer und überall ein monetäres und politisch verursachtes Phänomen. Die Beseitigung von Inflation erfordert zunächst alternativlos, die Ausweitung der Geld- und Kreditmenge zu stoppen.
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Kommentare (6)
MIchael von Prollius, 21.11.2009 08:26
@ JS
Sie haben Recht, sowohl vor und während des Ausbruchs der Weltwirtschaftskrise 1929 und 2007 herrschte weitgehende Preisniveaustabilität, zugleich aber Vermögenspreisinflation.
Von punktuellen Ausnahmen abgesehen, z.B. 1929-33, steigt die Geldmenge kontinuierlich und insgesamt drastisch. Deshalb werden Alltagsprodukte auch nicht massenhaft preiswerter, sondern Teurer, etwa ein Brötchen.
@Freigeist
In Ihrem Beispiel spricht man korrekt von Teuerung, nicht aber wie landläufig üblich von Inflation. Bei konstanter Geldmenge müssen Preise in der Differenz von 120 Dollar sinken. Das Ganze funktioniert aber umgekehrt: Die Preise steigen IN FOLGE von Änderungen der Wertschätzung und Knappheit der Güter. Preise sind insofern stets historische Daten, die aber eine Signalfunktion für die Zukunft haben. (Mehr u.a. in meinem Buch).
Hans von Atzigen, 20.11.2009 22:21
Sehr interessante Invormation im Artikel.
Die Fed saugt Geld ab???
Zuerst beglückt die Fed die Geschäftsbanken mit Nullzins-Geld.
Die Geschäftsbanken ihrerseits leihen eben dieses zusätzliche Geld der Fed zurück,natürlich gegen guten Zins.
Zumindest ist jetzt geklärt wie die Banken soo urplötzlich und schnell wieder Gewinne in ihren Büchern haben.
Mal kurz scharf Nachgedacht!!!
Was soll diese Karnevalls -Übung????
Da sind offensichtlich nicht nur Idiotten am Werk sondern volldebile Vollidiotten.
Gruss vom Münchhausen.
Freigeist, 20.11.2009 21:47
Hallo,
nehmen wir an, die Geldmenge in einer Ökonomie in "Illusionistan" bleibt gleich aber der Fasspreis für importiertes Rohöl steigt von 20 auf 140 Dollar. Somit steigen die Produzentenpreise in Illusionistan und auch die Endverbraucherpreise. Was ist das dann? Inflation?
Gerbil, 19.11.2009 13:32
Schöner Artikel...doch bitte bezeichnen sie die dubiose FED nicht als Zentralbank;)
Lars-Michael Lehmann, 19.11.2009 12:08
Danke für den sehr guten und anschaulichen Artikel zum Thema Inflation.
JS, 19.11.2009 08:25
Die Kenntnis dieser Wahrheit (Inflation=Geldmengenerhöhung) wird durch die Propaganda unserer Qualitätsmedien verhindert. Selbst Betriebs-, Volks- und Finanzwirte glauben die Mär vom Warenkorb, und helfen an der Verbreitung derselben. Wie selbstverständlich propagieren Politiker und deren Hofberichterstatter den Unsinn, die Inflation wäre eine Folge eines gestiegenen Ölpreises. Diese große Lüge dient vor allem der Verschleierung unangenehmer Wahrheiten über Ursachen und Verursacher, nämlich den Inflationsgewinnlern, den Politikern.
Im SWR2 Forum äußerte einmal ein Qualitätsmedienvertreter die Hoffnung, Obama würde den "Mut" zum deficit spending aufbringen. Wie wir wissen, wurde er nicht enttäuscht. Feigheit heißt jetzt Mut.
Wurde denn jemals die Geldmenge verringert? Ich kenne nur die Geldmengengraphen nur als nach oben weisende Linien.
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