Professor Dr. Wolfgang Krieger

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Professor Krieger war Wissenschaftlicher Referent an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) (1986-1995). Seit 1995 lehrt er Neuere Geschichte und Geschichte der Internationalen Beziehungen an der Universität Marburg. Er war Fellow in Oxford und Harvard sowie Gastprofessor in Bologna (Johns Hopkins University), Princeton, Toronto und am Institut d’Études Politiques („Sciences Po“) / Paris.

Deutschland und die japanisch-libysche Doppelkatastrophe

20. März 2011 von Professor Dr. Wolfgang Krieger

Bekanntlich ist Deutschland kein klassisches Erdbebengebiet, aber das nordost-japanische Erdbeben vom 11. März hat gleichwohl heftige Auswirkungen hierzulande. Nicht wegen der Erdstöße von 9.0 auf der Richterskala sowie des nachfolgenden Tsunami. Nein, sondern wegen der davon ausgelösten Atomkatastrophe, deren genaue Ursachen wir noch nicht kennen, ebenso wenig wie ihren letztendlichen Ausgang. Gleichwohl haben die japanischen Reaktorunglücke mächtig auf die deutsche Seele gedrückt.



Das Fiasko der westlichen Vordenker

4. März 2011 von Professor Dr. Wolfgang Krieger

Als die Aufstände in Tunesien und Ägypten begannen, hatten die westlichen Medien, vor allem aber die westlichen Intellektuellen, nichts zu sagen. Seither kommt es zu Umstürzen, zu Revolutionen und in Libyen zu einem heftigen Bürgerkrieg. Doch in den deutschen Fernsehkanälen fanden diese Ereignisse anfangs nur am Rande statt, zumal dann, wenn die wenigen vor Ort befindlichen Kamerateams und Reporter nicht wirklich „vor Ort“ waren.



Von Jesus und Maria zu Öko und Klima

22. Januar 2011 von Professor Dr. Wolfgang Krieger

In meiner Geburtsstadt München beschäftigt man sich mit der Gründung eines „ Zentrums für Islam in Europa“ (ZIEM) samt Moschee und einer Imam-Akademie. Im Stadtrat gibt es „fraktionsübergreifende Rückendeckung“, wie in den Zeitungen zu lesen stand, auch bei der konservativen Minderheit. Man sucht ein Grundstück in der Innenstadt, und zwar im „interreligiösen Viereck“ der City wie der dritte Bürgermeister (von der Partei der Grünen) erklärte. Drei Seiten dieses Vierecks gebe es schon: den katholischen Dom, die evangelische Matthäuskirche und die (2006 eröffnete) neue Synagoge. Der Spruch des neuen Bundespräsidenten Wulf, der Islam „gehöre zu Deutschland“ wie eben das Christentum und das Judentum, wird hier wörtlich genommen. So kommt man vom Dreieck zum Viereck.



Der Kampf um die Rente mit 60 in Frankreich

14. September 2010 von Professor Dr. Wolfgang Krieger

Angeblich demonstrierten am 7. September 270.000 Leute in den Straßen von Paris. Laut Polizeiangaben waren es nur 80.000. Die U-Bahn lief normal. Der Verkehr in den Straßen war mit wenigen Ausnahmen das tägliche Chaos. Nur bei der Bahn und auf den Flughäfen gab es Ausfälle. Hier von einem großen Erfolg für die französische Linke zu sprechen, wie es in den Medien durchwegs geschieht, ist blanker Unsinn, zumal wenige Tage später das französische Parlament die von Staatspräsident Nicolas Sarkozy vorgeschlagene Rentenreform trotz der massiven Proteste verabschieden konnte.



Wir brauchen bessere Konzepte und vor allem bessere Lehrer!

19. Juli 2010 von Professor Dr. Wolfgang Krieger

Unsere Schulpolitik steckt (seit langen Jahren) in der Sinnkrise. Allerlei Reformen werden gepredigt. Landtagswahlen werden mit aberwitzigen Parolen geführt – und gewonnen.   Deshalb ist das Ergebnis des Hamburger Volksentscheides vom vergangenen Sonntag ein Lichtblick. Die mit ihrer angeblichen Bürgernähe kokettierenden Grünen fielen auf die Schnauze. Die Bürger votierten gegen ihre schwarzgrüne Obrigkeit. (Ohne daß sich die SPD darüber freuen kann, denn sie vertritt den gleichen Unsinn, wie man in NRW und anderswo sieht.)



Die europäische Integration verkommt zu einer Ideologie

16. Juni 2010 von Professor Dr. Wolfgang Krieger

Allmählich beginnen die Politiker, Journalisten und sogar die Ökonomen zu begreifen, daß die Verschuldungskrise der Eurozone viel gravierender ist, als die beschwichtigenden Eurokraten bis dahin eingestehen wollten.



“Europa” und Sozialstaat passen nicht zusammen

16. Juni 2010 von Professor Dr. Wolfgang Krieger

Das größte Problem bei der „Lösung“ der aktuellen europäischen Finanzkrise besteht in einem Zusammenhang, den niemand artikulieren will, obgleich man ihn leicht identifizieren kann. Das ist nämlich der Zusammenhang zwischen der soeben (de facto) eingeführten Schuldengarantie der Euro-Staaten und den immens gestiegenen Sozialausgaben in den Mitgliedstaaten.



Drei griechische Opfer der Euro-„Hilfe“

6. Mai 2010 von Professor Dr. Wolfgang Krieger

Die drei Toten in einer griechischen Bankfiliale sind vermutlich nur der Beginn einer Serie von Opfern, die bei gewaltsamen Demonstrationen in Griechenland zu erwarten sind. Eine Mitverantwortung tragen die sturen Eurokraten, an der Spitze Bundeskanzlerin Merkel, die nicht begreifen wollen, daß sich die tiefe Krise der griechischen Staatsfinanzen nicht mit vorübergehenden rabiaten Sparmaßnahmen seitens der griechischen Regierung beheben lassen, weil es sich hier um eine politische Systemkrise handelt. (Die gegenwärtigen Regierungen werden diesen schmerzhaften Prozeß eventuell nicht überleben. In Griechenland nicht, und vielleicht auch nicht in Berlin.)



Ein Staatsbankrott als Therapie

29. April 2010 von Professor Dr. Wolfgang Krieger

Außer Josef Joffe, dem Herausgeber der „Zeit“, finde ich kaum einen prominenten Journalisten, Politiker oder Ökonomen, der für einen geordneten Staatsbankrott plädiert, um Griechenland aus seiner tiefen Haushaltskrise herauszuführen. Im Deutschen Bundestag haben praktisch alle Parteien Ihre Zustimmung signalisiert für die bevorstehende „Rettungsaktion“ der EU, an der sich Deutschland mit der höchsten Summe beteiligen wird (oder „muß“). Von unseren Parlamentariern ist also nichts mehr zu erwarten. Sie könnten sogleich in die Sommerferien gehen und Ihre Stimmkarte in Berlin hinterlegen. Frau Merkel wartet ab, ob sie eine Entscheidung noch hinauszögern kann, um die Wahlen in Nordrhein-Westfalen nicht zu gefährden. Es bleibt, wie so oft in der Vergangenheit, das Bundesverfassungsgericht, das vielleicht (!) eine „Transfer-Union“ blockiert, weil sie in den europäischen Verträgen ausdrücklich ausgeschlossen wird, was man in Berlin mit allerlei Finanzierungstricks zu umgehen sucht. Aber sicher ist das keineswegs.



Staatsverschuldung und Demokratie

26. April 2010 von Professor Dr. Wolfgang Krieger

In der Debatte über die Insolvenz Griechenlands und die angebliche Notwendigkeit, diesem Euro-Staat durch Steuergelder aus der EU eine riesige Finanzhilfe zu gewähren (obwohl die EU-Verträge einen solchen Schritt verbieten!); fehlt eine Frage, die man nicht nur im Falle Griechenlands, sondern auch bezüglich vieler anderer hochverschuldeter Staaten stellen muß: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Demokratie und chronisch extremer Staatsverschuldung? Kann es sein, daß demokratische Staaten gar nicht anders können, als sich chronisch zu überschulden?



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